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Sonntag, 23. April 2017

Ein Schatz voll Wahrheiten und Inspirationen

Es ist stimmig, dass der erste Post auf dem neuen Blog den Menschen gewidmet ist, die einen großen Anteil daran haben, dass es diese Seite überhaupt gibt; wenngleich der Beitrag aus organisatorischen Gründen zuerst auf meinem alten Blog (diesem hier) erscheint.

Eine Familie beeinflusst mein Leben


Ich meine Ka Sundance mit seiner Frau Katie und ihren gemeinsamen Kindern Benny, Jaro, Ronja, Joa, Luna und Sofia. Seit 2012 begleitet mich diese Familie, wobei - ehrlicherweise begleite ich eher sie. Ihnen wird vermutlich erst allmählich bewusst, dass ich überhaupt existiere. Ihr Einfluss auf mein Leben verschwindet für sie vermutlich an den Rand der Bedeutungslosigkeit, fühlen sich doch viele tausend Menschen weltweit von den Sundancers inspiriert.
Dank der Videos auf YouTube hatte ich den letzten Jahren viele Gelegenheiten, die Familie zu erleben. Wenngleich ich der Roh-Veganen-Ernährung (Mit diesem Thema beschäftigte sich Ka hauptsächlich, als ich die Familie im Internet entdeckte.), weiterhin skeptisch gegenüberstehe, sprach Ka so viele Wahrheiten aus, mit denen ich mich zum damaligen Zeitpunkt und bis heute beschäftige.

Mit 6 Kindern um die Welt

Nirgendwo wohnen, überall leben - wie wir das Glück suchten und fanden


Nach einigen eBooks veröffentlichte Ka im April 2017 sein erstes Buch zum Anfassen.
Obwohl ich bereits fast alles weiß, was es im Internet über die Familie zu lesen und zu sehen gibt, war mein Entschluss, das Buch zu kaufen, schnell gefasst. Beim Lesen wuchs meine Vorfreude zu Begeisterung!

ISBN 978-3-7423-0105-5
Mit leichten Worten, Witz und Charme berichtet Ka von seinen Reiseerlebnissen. Kleine Anekdoten, die noch nicht auf YouTube erzählt worden sind, halten auch für alte Hasen unter den Sundance-Fans Neuigkeiten zum Schmunzeln bereit. Doch für mich befindet sich der Schatz in diesem Buch nicht bei den Reiseberichten. Die Videos auf YouTube sind um weiten eindrucksvoller und weckten selbst bei mir eine Sehnsucht in die Ferne.

Das Juwel liegt in der Erfahrung eines Mannes, der trotz großer Steine auf seinem Weg, seinem Traum folgt und diesen, mit der Unterstützung seiner Familie, lebt. Ka erzählt, wie er die Lieben seines Lebens fand (Katie und das Reisen!), und wie im Laufe der Jahre seine Familie wächst. Er führt mich, als Leserin, nicht nur in ferne Länder, sondern auch auf eine Reise in die Armut, Ungewissheit und in Ängste. Meine Existenzängste, die er ähnlich vielleicht auch einst gehabt hat. Ebenso begleitet er mich wieder hinaus, indem er immer wieder von dem unerschütterlichen Glauben berichtet und wie seine Familie dank diesem stets neue Wunder erfuhr.

Ganz nebenbei spricht er Themen an, die zum Teil in Deutschland noch nicht gesellschaftsfähig sind, die seine Familie aber ganz selbstverständlich lebt. Die Art, wie Katie und Ka ihre Kinder im Leben begleiten. Schlüsselworte, bei denen ich allzu oft verständnislose Blicke ernte, wenn ich sie erwähne.
Natürliche Hausgeburten, windelfreie Erziehung, Familienbett, Kinder körpernah tragen, Krankheiten durch eine Änderung des Lebenswandels und der Ernährung heilen und das große Tabu-Thema: Schulfrei lernen.
Die Familie Sundance lebt all dies natürlich und ebenso erzählt Ka von seinen Beweggründen und Erfahrungen, ohne sich dabei in einen Moralapostel zu verwandeln.

„Denn selbst Gesundheit, Geld und viel Freizeit machen nicht automatisch glücklich. Es braucht mehr. Für wahres Glück braucht es Bedeutung.“ - Ka Sundance

Gleichermaßen authentisch berichtet er von der Entstehung und dem Wachstum eines Online-Unternehmens, das sich stetig wandelt. Während ich von dem System des Business und die Art, wie es weitergegeben wird, bereits seit Anfang des Jahres überzeugt bin, mag bei so manchem Skeptiker dieses Buch dazu beitragen und ihn inspirieren. Es ist eine weitere Wahrheit, dass es möglich ist, frei, unabhängig und mit geringem Aufwand einen solchen Lebensstil zu genießen. Katie und Ka sind als Wegbereiter, Mentoren und Inspiratoren etwas Besonderes, doch schon lange nicht mehr die Einzigen, die diesen Traum leben.

Die Krone unter all den Juwelen in diesem Buch besteht aus dem letzten Kapitel. Hier wird eine Vision in Worte gepackt und verbreitet, um ihre Energie ans Universum zu senden. Ich bin überzeugt, dass es den Sundancers gelingen wird, ihren Traum Realität werden zu lassen. Nicht nur, weil es ihnen bisher immer gelang, sondern weil unsere Welt genau so eine Realität braucht. Die Zeit dazu ist gekommen und ich werde mein Bestes geben, um meinen Teil dazu beizutragen.

Sunny

P.S.: Hier gibt es das Buch online zu kaufen: www.mit6kindernumdiewelt.de
(Auch wenn ich immer dafür bin, den lokalen Handel zu unterstützen und Bücher durch Bestellungen bei der Buchhandlung bekannt zu machen. ;) )

Sonntag, 19. Juli 2015

Mit jedem NICHT wehrst du dich gegen dein Wohlbefinden


Sara hatte noch nicht einmal den halben Tag hinter sich und schon zwei Seiten voller Neins, über die sie mit Salomon reden wollte.
Saras Nachmittag stellte sich als ebenso furchtbar heraus wie der Morgen. Sie konnte ihrer Liste noch das Folgende hinzufügen:

WIRF NICHT DAMIT HERUM!
HÖR DAMIT AUF!
ICH SAGTE NEIN!
HAST DU NICHT GEHÖRT?
HABE ICH MICH NICHT DEUTLICH GENUG AUSGEDRÜCKT?
HÖR AUF ZU DRÄNGELN!
ICH WILL ES NICHT NOCH EINMAL SAGEN MÜSSEN!

Am Ende des Tages war Sara völlig erschöpft. Es kam ihr so vor, als wehrte sich die ganze Welt gegen ihr Wohlbefinden.
„Junge, Junge, Salomon, du hast Recht! Fast alle sagen nein statt ja. Selbst ich, Salomon. Ich weiß doch, was ich tun soll, und doch kann ich es nicht.“
NICHT EINMAL ICH KANN ES, schrieb Sara auf ihre Liste.
Was für ein Tag.
Das ist ja eine ganz ansehnliche Liste, Sara. Du scheinst einen erfüllten Tag gehabt zu haben.
„Ach Salomon, du hast ja keine Ahnung. Das sind nur ein paar von den Dingen, die ich heute gehört habe. Die Leute sagen fast immer nein, Salomon. Und sie merken es nicht einmal! Und ich auch nicht, Salomon. Das ist wirklich schwierig.“
Sara, wenn du erst einmal weißt, worauf du zu achten hast, und wenn du erkennst, was dein Ziel ist, ist es nicht mehr so schwierig. Sara, lies mir etwas von deiner Liste vor. Dann zeige ich dir, was ich meine.
„KOMM NICHT ZU SPÄT.“
Sei pünktlich.
„WIR WOLLEN DOCH NICHT, DASS UNSER BESUCH EIN UNORDENTLICHES HAUS VORFINDET.“
Wir möchten, dass sich unsere Gäste in unserem Haus wohl fühlen.
„LASS NICHT DIE KALTE LUFT HEREIN.“
Wir wollen ein schönes, warmes Heim haben.
„KOMM NICHT ZU SPÄT ZUR SCHULE.“
Wenn du pünktlich bist, fühlst du dich gut.
„DU WILLST DOCH NICHT HINFALLEN.“
Konzentriere dich auf deinen Körper.
„DAS WIRD NICHT LEICHT SEIN.“
Es wird mir gelingen.
„AUF DEM FLUR WIRD NICHT GERANNT.“
Nimm Rücksicht auf andere.
„ES IST NICHT GESTATTET, WÄHREND DES UNTERRICHTS ZU REDEN.“
Lasst uns gemeinsam lernen.
„ES IST NICHT GESTATTET, WÄHREND DES UNTERRICHTS AUS DEM FENSTER ZU SCHAUEN.“
Es ist zu deinem eigenen Nutzen, aufmerksam zu sein.
„ES IST NICHT GESTATTET, HAUSAUFGABEN VERSPÄTET ABZUGEBEN.“
Lasst uns miteinander Schritt halten und gemeinsam arbeiten.
„ES IST NICHT GESTATTET, HAUSTIERE MITZUBRINGEN.“
Eure Tiere fühlen sich zu Hause viel wohler.
„Sagenhaft, Salomon, du hast den Bogen wirklich raus!“
Sara, auch du wirst es bald können. Man muss es nur üben. Welche Worte du benutzt, ist nicht so wichtig. Was dir schadet, ist das Gefühl, dass du dich gegen etwas zur Wehr setzt. Als deine Mutter sagte: „Lass die Tür nicht offen“, wehrte sie sich mit Sicherheit gegen etwas, das sie nicht wollte. Aber selbst wenn sie gesagt hätte: „Mach die Tür zu“, hätte sie immer noch mehr an das gedacht, was sie nicht wollte. Daher wäre ihre Absicht eine Abwehr gewesen.Verstehst du, dass du in das hinein spüren solltest, statt dich gegen etwas zu wehren, was du nicht möchtest?Sicher weisen deine Worte darauf hin, in welche Richtung du gehst, aber deine Gefühle sind ein besserer Hinweis darauf, ob du etwas zulässt oder dich gegen etwas wehrst.Ich wünsche dir viel Spaß dabei, Sara. Wenn du dich dagegen wehrst, nein zu sagen, wehst du dich immer noch. Es geht darum, mehr davon zu reden, was du möchtest. Und wenn du das tust, dann wird dein Leben immer besser. Du wirst schon sehen.
S. 165-168

Samstag, 18. Juli 2015

Ein Glied in der Kette der Freude

ISBN-13: 978-3-7787-7173-0
„Salomon, warum sind die Leute so gemein?“
Sind denn wirklich alle Menschen gemein, Sara? Das war mir noch gar nicht aufgefallen.
„Na ja, vielleicht nicht alle, aber die meisten schon. Ich verstehe nur nicht, warum. Wenn ich gemein bin, fühle ich mich schrecklich.“
Wann bist du gemein, Sara?
„Meistens, wenn jemand anders zuerst gemein war. Ich glaube, ich werde dann gemein, um es ihm heimzuzahlen.“
Hilft das?
„Ja“, antwortete Sara kleinlaut.
Und wie, Sara? Fühlst du dich besser, wenn du es ihnen heimzahlst? Ändert das etwas oder kannst du dadurch ihre Gemeinheit ungeschehen machen?
„Wahrscheinlich nicht.“
Nach meiner Erfahrung setzt das nur noch mehr Gemeinheit in die Welt. Es ist so, als würdest du ein Glied in der Kette des Schmerzes werden. Erst leiden sie, dann leidest du und dann trägst du dazu bei, dass jemand anders leidet und so weiter.
„Aber wer hat denn mit dieser schrecklichen Kette des Schmerzes angefangen?“
Es spielt eigentlich keine Rolle, wie das alles angefangen hat. Wichtig ist, was du damit machst, wenn sie dich erreicht. Worum geht es hier, Sara? Warum bist du ein Teil der Kette des Schmerzes geworden?
Sara, der speiübel war, erzählte Salomon von Donald, dem Neuen, und von seinem ersten Schultag. Sie sprach von den Angebern, die immer etwas zu finden schienen, mit dem sie Donald aufziehen konnten. Sie erzählte auch von dem Vorfall, der sich gerade erst im Flur abgespielt hatte. Und als sie beim Berichten diese Vorfälle noch einmal durchlebte, spürte sie, wie in ihr wieder die Wut hochkam. Als sich eine Träne aus ihrem Auge stahl und ihr die Wange hinunterlief, wischte sie sie wütend mit dem Ärmel weg. Sara war verstört darüber, dass sie schniefte und schluchzte, statt sich wie sonst angeregt mit Salomon zu unterhalten. So sollte es bei Salomon überhaupt nicht sein.
Die Eule war lange Zeit still, während chaotische Gedanken durch Saras Kopf schossen. Sie spürte, dass Salomon sie aus seinen großen liebevollen Augen beobachtete, aber es war ihr überhaupt nicht peinlich. Fast schien es, als ob Salomon etwas aus ihr herauslocken wollte.
Also, klar ist, was ich nicht will, dachte Sara. Ich möchte mich nicht so fühlen. Besonders dann nicht, wenn ich mit Salomon rede.
Sehr gut, Sara. Du hast gerade ganz bewusst den ersten Schritt gemacht, um die Kette des Schmerzes zu durchbrechen. Du hast ganz bewusst erkannt, was du nicht willst.
„Und das ist gut?“; staunte Sara. „Ich fühle mich aber gar nicht gut!“
Das liegt daran, dass du nur den ersten Schritt gemacht hast, Sara. Es gibt noch drei weitere.
„Was ist der nächste Schritt, Salomon?“
Also, Sara, es ist nicht schwer herauszufinden, was du nicht willst. Stimmst du mir zu?
„Ja, wahrscheinlich schon. Also, meistens weiß ich das schon.“
Woher weißt du, dass du an etwas denkst, das du nicht willst?
„Ich weiß es einfach irgendwie.“
Du weißt es, weil du dann etwas Bestimmtes fühlst, Sara. Wenn du über etwas sprichst oder an etwas denkst, das du nicht willst, nimmst du immer ein negatives Gefühl wahr - Wut, Enttäuschung, Verlegenheit, Schuld oder Angst. Dir geht es nicht gut, wenn du an etwas denkst, das du nicht willst.
Sara dachte an die vergangenen Tage, in denen sie mehr negative Gefühle gehabt hatte als sonst. „Du hast Recht, Salomon“, sagte sie. „Ich habe das in der letzten Woche oft gespürt, wenn ich gesehen habe, wie die fiesen Typen auf Donald herumhacken. Seit ich dir begegnet bin, bin ich so glücklich gewesen. Und dann wurde ich so wütend, weil sie Donald fertig machten. Ich kann jetzt sehen, dass meine Gefühle etwas damit zu tun haben.“
Gut, Sara. Dann wollen wir jetzt über den zweiten Schritt reden. Wenn du weißt, was du nicht willst, sollte es dann nicht einfach sein, herauszufinden, was du willst?„Also...“, begann Sara, die verstehen wollte, aber nicht sicher war, worauf das hinauslief.
Wenn du krank bist, was möchtest du dann?
„Ich möchte gesund werden“, antwortete Sara spontan.
Wenn du nicht genug Geld hast, um dir etwas zu kaufen, das du haben möchtest, was wünscht du dir dann?
„Mehr Geld“, kam die Antwort.
Siehst du, Sara, das ist der zweite Schritt, um die Kette des Schmerzes zu zerbrechen. Schritt eins ist die Erkenntnis dessen, was du nicht willst. Schritt zwei besteht darin, dich zu entscheiden, was du willst.“
„Also, das ist ja einfach.“ Sara ging es allmählich besser.
Der dritte Schritt ist der wichtigste, Sara. Diesen kennen die meisten Menschen nicht. Schritt drei lautet: Sobald du erkannt hast, was du möchtest, musst du es wirklich fühlen. Du musst darüber sprechen, warum du es willst; beschreiben, wie es wäre, es zu haben; es erklären; so zu tun, als ob du es hättest oder dich an etwas Ähnliches erinnern. Auf jeden Fall musst du so lange daran denken, bist du es fühlst. Beschäftige dich so lange mit dem, was du möchtest, bis du ein Gefühl des Wohlbehagens verspürst.Sara traute ihren Ohren nicht. Salomon ermutigte sie doch tatsächlich, ihre Zeit damit zu verbringen, sich Dinge vorzustellen. Deshalb hatte sie ja schon mehr als einmal Ärger gehabt. Es schien, als ob Salomon ihr das genaue Gegenteil von dem erzählte, was ihr die Lehrer in der Schule beizubringen versuchten. Aber sie hatte gelernt, Salomon zu vertrauen. Und sie war auf jeden Fall bereit, etwas Neues auszuprobieren. Was ihr die Lehrer erzählt hatten, funktionierte ja offensichtlich nicht.
„Warum ist der dritte Schritt der wichtigste, Salomon?“
Weil du erst dann wirklich etwas veränderst, wenn du deine Gefühle verändert hast. Sonst bleibst du ein Glied in der Kette des Schmerzes. Aber wenn du deine Gefühle veränderst, bist du ein Glied in der anderen Kette - man könnte sagen, in Salomons Kette.„Wie heißt denn deine Kette, Salomon?“
Eigentlich habe ich ihr keinen Namen gegeben. Man muss sie fühlen. Aber man könnte sie Kette der Freude nennen oder Kette des Wohlbefindens. Die Glückskette. Es ist eine ganz natürliche Kette, Sara. Das ist es, was wir wirklich sind.„Aber wenn sie so natürlich ist, wenn sie das ist, was wir alle sind, warum fühlen sich dann nicht mehr Menschen öfter gut?“
Die Menschen, wollen, dass es ihnen gut geht, und die meisten Menschen wollen auch sehr gern gut sein. Und das ist gerade Teil des Problems.„Was soll das heißen? Wie kann es ein Problem sein, wenn man gut sein möchte?“
Also, Sara, die Leuten möchten gut sein. Daher schauen sie sich an, wie andere Leute leben, um herauszufinden, was gut ist. Sie schauen sich die Verhältnisse an, in denen sie leben, und dann sehen sie Dinge, die sie für gut halten, und Dinge, die sie für schlecht halten.„Und das soll schlecht sein? Was soll denn daran schlecht sein, Salomon?“
Mir ist aufgefallen, dass die meisten Menschen nicht darauf achten, wie sie sich fühlen, wenn sie sich die Verhältnisse - gut oder schlecht - anschauen. Und da läuft die Sache aus dem Ruder. Statt sich bewusst zu sein, dass sich das, was sie sich anschauen, auf sie auswirkt, achten sie auf ihrer Suche nach dem Guten immer auf das Schlechte und versuchen, es wegzudrängen. Das Problem dabei ist einfach, dass sie Glieder in der Kette des Schmerzes geworden sind, wenn sie immer das ablehnen, was sie für schlecht halten. Die Menschen sind mehr daran interessiert, sich die Verhältnisse anzuschauen, die zu analysieren und zu vergleichen, als darauf zu achten, wie sie sich dabei fühlen. Und häufig ziehen sie die Verhältnisse wieder in die Kette des Schmerzes hinein.Sara, denk einmal an die letzten Tage. Versuch dich an deine stärksten Gefühle zu erinnern. Was war geschehen, als es dir in der letzten Woche so schlecht ging, Sara?„Ich fühlte mich furchtbar, als Tommy und Lynn sich über Donald lustig machten. Mir ging es schrecklich, als die Kinder Donald ausgelacht haben. Aber am schlimmsten fühlte ich mich, als Donald mich anschrie. Dabei habe ich doch nur versucht, ihm zu helfen, Salomon.“
Gut, Sara. Lass und darüber reden. Was hast du getan, als du dich so mies gefühlt hast?„Ich weiß nicht, Salomon. Eigentlich habe ich gar nichts getan. Ich hab‘ wohl die meiste Zeit zugeschaut.“
Das ist genau richtig, Sara. Du hast die Situation beobachtet. Aber die Situationen, die du beobachtest, sind genau diejenigen, die dich dazu bringen, ein Glied in der Kette des Schmerzes zu werden.„Aber Salomon“, erwiderte Sara, „wie soll man denn das, was falsch ist, nicht sehen? Und wie soll man sich denn nicht schlecht fühlen, wenn man es sieht?“
Eine sehr gute Frage, Sara. Ich verspreche dir, dass ich sie dir ausführlich beantworten werde, wenn die Zeit gekommen ist. Ich weiß, dass es nicht einfach ist, dies alles auf einmal zu verstehen. Der Grund, warum es zuerst schwierig ist, es zu verstehen, ist einfach der, dass man dir beigebracht hat, etwas außerhalb deiner selbst zu beobachten - dass man dir aber nicht beigebracht hat, zu beobachten, wie du dich dabei fühlst. Folglich bestimmen äußere Situationen und Verhältnisse dein Leben. Wenn du etwas Gutes siehst, reagierst du darauf mit einem guten Gefühl, und wenn du etwas Schlechtes siehst, reagierst du darauf mit einem schlechten Gefühl. Weil Dinge außerhalb von euch selbst euer Leben bestimmen, sind viele von euch so frustriert. Deshalb werden auch weiterhin so viele Menschen Glieder in der Kette des Schmerzes werden.„Wie kann ich denn aus der Kette ausbrechen, damit ich auch anderen helfen kann auszusteigen?“
Nun, Sara, dafür gibt es viele Möglichkeiten. Aber die, die mir am besten gefällt, weil sie am schnellsten funktioniert, ist die: Denke Gedanken der Anerkennung und Dankbarkeit.„Anerkennung und Dankbarkeit?“
Ja, Sara. Konzentriere dich auf irgendetwas oder irgendjemanden und finde die Gedanken, durch die es dir am allerbesten geht. Erkenne andere Menschen oder Situationen so gut wie möglich an, würdige sie, lerne sie schätzen, sei ihnen dankbar, erkenne das Gute in ihnen. Das ist die beste Möglichkeit, ein Glied in der Kette der Freude zu werden.Weißt du noch, was der erste Schritt ist?„Zu erkennen, was ich nicht will“, antwortete Sara wie aus der Pistole geschossen. Das hatte sie begriffen.
Und der zweite Schritt?„Zu erkennen, was ich will.“
Sehr gut, Sara. Und der dritte Schritt?„Ach Salomon, das hab‘ ich vergessen“, jammerte Sara, die wegen ihres schlechten Gedächtnisses von sich selbst enttäuscht war.
Der dritte Schritt besteht darin, das Gefühl zu finden, das zu dem passt, was du willst. So lange darüber zu reden, bis du fühlst, dass du es bereits hast.„Salomon, du hast mir noch nicht gesagt, was der vierte Schritt ist“, fiel Sara plötzlich ein.
Ah ja, der vierte Schritt ist der beste, Sara. Jetzt bekommst du nämlich, was du möchtest. Schritt vier ist die so genannte psychische Manifestation deines Wunsches.Viel Spaß dabei, Sara, und streng dich nicht zu sehr dabei an. Übe einfach Anerkennung und Dankbarkeit. Das ist der Schlüssel. S. 61-69

Donnerstag, 16. Juli 2015

Erzähl mir von dem, was du möchtest

ISBN-13: 978-3-7787-7173-0
„Ich wünschte, ich könnte fliegen - so wie du, Salomon.“Warum Sara? Warum würdest du gern fliegen?„Ach, Salomon, es ist so langweilig, immer nur auf der Erde herumzugehen. Es ist so langsam. Man braucht ewig, um irgendwo hinzukommen, und man kann auch nicht viel sehen. Nur die Dinge, die sich hier unten auf der Erde befinden. Wie langweilig!“Sara, es kommt mir vor, als hättest du meine Frage nicht beantwortet.„Hab‘ ich aber, Salomon. Ich sagte, ich würde gern fliegen, weil...“Weil du nicht auf der langweiligen Erde herumlaufen wolltest. Aber du hast mir nicht gesagt, warum du fliegen möchtest. Du hast nur gesagt, warum du nicht nicht fliegen möchtest.„Das ist etwas anderes?“Aber ja, Sara. Etwas völlig anderes. Versuch es noch einmal.Sara war zwar überrascht, dass Salomon so plötzlich beschlossen hatte, so kleinlich zu sein, aber sie setzte noch einmal an. „Also gut. Ich möchte fliegen, weil Gehen nicht besonders viel Spaß macht und weil man hier auf der Erde nur langsam vorankommt.“Sara, merkst du, dass du immer noch darüber redest, was du nicht möchtest und warum du es nicht möchtest? Versuch es noch einmal.„Okay. Ich möchte fliegen, weil... Ich verstehe es nicht, Salomon. Was soll ich denn sagen?“Ich möchte, dass du mir sagst, was du möchtest, Sara.„Ich möchte fliegen!“, schrie Sara, die von Salomons Begriffstutzigkeit mittlerweile ziemlich genervt war.Sag mir jetzt, warum du fliegen möchtest, Sara. Wie wäre es wohl? Wie würde es sich anfühlen? Mach es wirklich für mich. Erklär mir mal, wie es sich anfühlen würde zu fliegen. Ich möchte nicht von dir hören, wie es auf der Erde ist oder wie es ist, nicht zu fliegen. Ich möchte, dass du mir erzählst, wie es ist zu fliegen.Sara schloss die Augen, weil sie allmählich anfing zu begreifen, worauf Salomon hinauswollte. Dann versuchte sie es noch einmal. „Fliegen fühlt sich frei an, Salomon. So wie schweben, nur schneller.“Was würdest du sehen, wenn du fliegen könntest?„Ich würde unter mir die ganze Stadt sehen. Ich könnte die Hauptstraße sehen und die Autos und die Fußgänger. Ich könnte den Fluss sehen und meine Schule.“Wie fühlt es sich an zu fliegen, Sara? Beschreib das Gefühl des Fliegens.Sara hielt mit geschlossenen Augen inne und stellte sich vor, dass sie hoch über der Schule flog. „Es würde solchen Spaß machen, Salomon. Fliegen muss doch einfach Spaß machen. Ich könnte so schnell wie der Wind dahingleiten. Ich würde mich so frei fühlen. Es fühlt sich gut an, Salomon!“ Sara erzählte weiter, völlig in ihrer Vorstellungskraft aufgehend. Und plötzlich spürte Sara dieselbe Kraft, die sie in Salomons Flügeln gespürt hatte, wenn er sich Tag für Tag von seinem Pfosten in die Luft erhoben hatte. Sie spürte ein erhebendes Gefühl in sich, das ihr den Atem raubte. Ihr Körper schien einen Augenblick lang tonnenschwer gewesen zu sein, um dann im nächsten vollkommen schwerelos zu werden. Und dann flog Sara.
S. 49ff

Also, Sara, was hast du heute gelernt? Salomon lächelte sie an.„Hab‘ ich gelernt, dass ich über die ganze Stadt fliegen kann, ohne dass Zeit vergeht?“, fragte Sara vorsichtig. Ob es das war, was Salomon hören wollte? „Ich habe gelernt, dass Jason und Billy mich nicht hören oder sehen können, wenn ich fliege, weil sie zu jung oder noch nicht so weit sind. Ich habe gelernt, dass es da oben überhaupt nicht kalt ist, wenn man fliegt.“Das ist alles schön und gut und wir können später darüber reden. Aber ist dir aufgefallen, Sara, dass du nicht das bekommen konntest, was du wolltest, solange du darüber geredet hast, was du nicht wolltest? Aber als du anfingst, darüber zu reden, was du wolltest - und was noch wichtiger ist, als du fühlen konntest, was du wolltest -, da bekamst du es augenblicklich.Sara war still und versuchte sich zu erinnern. Aber es fiel ihr nicht leicht, sich an irgendetwas zu erinnern, das sie vor dem Flug gedacht oder gefühlt hatte. Sie wollt lieber nur an Flug selbst denken.Sara, denk so oft wie möglich darüber nach. Und übe es so oft wie möglich.„Du möchtest, dass ich das Fliegen übe? Gut!“Nicht nur zu fliegen, Sara. Ich möchte, dass du übst, an das zu denken, was du möchtest und warum du es möchtest, bis du es wirklich fühlen kannst. Das ist das Wichtigste, das du von mir lernen wirst, Sara. Viel Spaß dabei.
S. 55f

Montag, 6. April 2015

Konfliktlösung: Positive Handlungssprache

Facharbeit zur "Friedvollen Kommunikation" - Teil 5


In einem Konflikt ist es nicht ausreichend, wenn alle sehen, was die jeweils anderen Beteiligten brauchen und fühlen. Der nächste und letzte Schritt ist eine Aktion, die die Bedürfnisse aller erfüllt. Hierfür ist es hilfreich, die geplante Strategie klar und eindeutig in gegenwartsbezogener, positiver Handlungssprache vorzubringen.
ROSENBERG, MARSHALL „DAS KÖNNEN WIR KLÄREN!“ S. 21


Handlungsstrategien

Während Bedürfnisse unspezifisch sind, beziehen sich Handlungsstrategien - in Form von Wünschen, Bitten, Sehnsüchten und „Lösungen“ - auf spezielle Menschen, die ganz spezifische Handlungen ausführen.
Um das Bedürfnis nach Hunger zu befriedigen, kann ich mir z.B. rasch ein Brot schmieren, etwas kochen, auswärts Essen gehen oder jemanden bitten, etwas zu kochen. Dies sind alles Strategien.

Insbesondere bei einem Konflikt, bei dem auf eine Lösung hingewirkt wird, mit der die Bedürfnisse aller Beteiligten erfüllt werden, ist es sinnvoll, aktive Handlungsstrategien zu benennen. Dies bedeutet, dass ich deutlich sage, was ich möchte, das mein Gegenüber tut.
Das Wort „zuhören“ z.B. ist kein Verb, das eine aktive Handlung ausdrückt. Wer zuhört ist passiv. Es ist sicher ein gängiger Wunsch zu sagen: „Ich möchte, dass du mir zuhörst.“, doch ist dies kein Weg ein Bedürfnis zu befriedigen. Die Formulierung „Bitte sag mir, was du gehört hast.“ lässt die andere Person aktiv werden. Zugleich lässt sich so überprüfen, ob das Gesagte auch so angekommen ist, wie es gemeint war. Das Bedürfnis nach Verständnis (verstanden werden) wird erfüllt.

Positive Sprache in der Konfliktlösung

Es nur respektvoll und einer Lösung förderlich, wenn das, was von einer anderen Person gewünscht wird, als Bitte vorgetragen wird. Weiterhin lässt eine solche Bitte ein „Nein“ als Antwort zu. Denn wenn eine Person „Nein“ sagt, wird mit der vorgeschlagenen Lösung ein Bedürfnis nicht erfüllt. Statt auf ein widerwilliges „Ja“ zu bestehen, ist es angebrachter, nach einer anderen Strategie zu suchen.

Aber ist dir aufgefallen, Sara, dass du nicht das bekommen konntest, was du wolltest, solange du darüber geredet hast, was du nicht wolltest? Aber als du anfingst, darüber zu reden, was du wolltest [...], da bekamst du es augenblicklich.
Die Eule Salomon
HICKS, ESTHER & JERRY
„SARA UND DIE EULE“ S. 55f.

Diesem Zitat aus dem Kinderbuch ist kaum noch etwas hinzuzufügen. Gerade bei einem Konflikt ist es hilfreich, dass zu benennen, was gewünscht wird und nicht das, was jemand nicht möchte.

Positive Sprache im Alltag

Wie helfen wir unseren (Tages-)Kindern aus der Spirale der „Macht über andere“-Sprache heraus? Oder besser: Wie vermeiden wir, dass Kinder eine solche Sprache und das dazu gehörende Verhalten entwickeln?
Am Einfachsten ist es, das vorzuleben, was wir erleben möchten und ebenso das, von dem wir wünschen, dass es unsere Kinder leben.
Am Einfachsten? Ganz bewusst hebe ich dies hervor, denn aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schwer dieses Vorleben für einen Erwachsenen ist, der mit einer solchen Macht-Sprache aufgewachsen ist - und das sind sicherlich die meisten von uns.

Wenn du über etwas sprichst oder an etwas denkst, das du nicht willst, nimmst du immer ein negatives Gefühl wahr - Wut, Enttäuschung, Verlegenheit, Schuld oder Angst. Dir geht es nicht gut, wenn du an etwas denkst, das du nicht willst.
Die Eule Salomon
HICKS, ESTHER & JERRY
„SARA UND DIE EULE“ S. 63

Positive Sprache in (Bilder-)Büchern

In unserem Haushalt achten wir sehr genau darauf, welche Bücher wir meinen Neffen Lutz und Elia vorlesen. Mir fällt kein einziges Buch für das Alter der Beiden (inzwischen 5J. und 2,5J.) ein, in dem Formulierungen, die zu dieser Macht-Sprache gehören, vollständig weggelassen wurden. Selbst in dem von mir (einst in der Originalfassung der Facharbeit) angehängtem Kinderbuch, in dem es explizit um Friedvolle Kommunikation geht, tauchen folgende Worte auf: ...ohne dass sie krank werden muss.
In dem Buch geht es darum, dass Sophie ihr kurzes, rotes Kleid anziehen möchte, doch ihr Vater ist dagegen, denn draußen schneit es. Das Mädchen möchte selbst entscheiden, was es anzieht und der Vater sorgt sich, dass seine Tochter krank wird. Sophie muss nicht krank werden. Allerdings ist es wahrscheinlich, dass sie krank wird, wenn sie in einem dünnen Sommerkleid im Schnee spielen geht. Wir helfen uns, in dem wir gewöhnlich alle Bücher selbst lesen, ehe wir sie vorlesen, und die ungewünschten Sätze beim Lesen umformulieren.

Positive Sprache in Liedern

Auch in vielen Kinder- und Volksliedern ist die Macht-Sprache oder negative Sprache versteckt. Wir singen mit den Kindern Lieder, in deren Texten vorkommt, was sie nicht tun sollen oder was nicht geschehen soll, anstatt etwas, das gewünscht ist.
Auch solche Lieder reimen wir um. Hier zwei Beispiele:

Brüderchen komm tanz mit mir
Brüderchen komm tanz mit mir,
beide Hände reich ich dir.
Einmal hin, einmal her,
rundherum,
(das ist nicht schwer!) gefällt uns sehr!

Hopp, hopp, hopp
Hopp, hopp, hopp
Pferdchen lauf Galopp!
Über Stück und über Steine,
(aber brich dir nicht die Beine.) bitte lass die Beine heile.
Hopp, hopp, hopp
Pferdchen lauf Galopp!


Friedvolle Kommunikation zur Konfliktlösung


Die folgenden fünf Schritte können helfen, mittels der FVK Konflikte so zu lösen, dass alle Beteiligten zufrieden sind.
1) Ich drücke meine eigenen Gefühle und Bedürfnisse aus.
2) Ich erkunde die Gefühle und Bedürfnisse aller Beteiligten, unabhängig davon, wie sie sich ausdrücken.
3) Ich überprüfe, ob die Bedürfnisse von allen Seiten so verstanden wurden, wie sie gemeint sind.
4) Ich bringe das Einfühlungsvermögen auf, die die Menschen brauchen, um dann selbst die Bedürfnisse anderer hören zu können.
5) Lösungen und Strategien werden in positiver Handlungssprache benannt.

Ein vollständiges Beispiel zu dieser Form der Konfliktlösung, wird in dem Buch „Sophie und das rote Kleid“ von Vilma Costetti und Monica Rinaldi vorgestellt. In einfachen Worten wird Kindern und Erwachsenen an Hand einer alltäglichen Situation der Umgang mit der Friedvollen Kommunikation gezeigt.

In dieser Reihe sind ebenfalls erschienen:
• „Sophie und das Gewitter“
• „Oskar hüpft auf dem Sofa“
• „Sophies Kuscheltag“
• „Oskars Märchenstunde“
• „Oskar und die Uhr“
• „Oskar, Papa und der Spinat“
• „Oskar am Strand“
• „Oskar, Sophie und die Spielzeugeisenbahn“

Wenn du magst, lies auch den Anfang:

Freitag, 3. April 2015

Kommunikation und Empathie

Facharbeit zur "Friedvollen Kommunikation" - Teil 3


In den letzten Wochen erfuhr ich, dass es Menschen gibt, die mit dem Begriff ‚Kommunikation‘ nichts anzufangen wissen. Das Wort kommt im täglichen Sprachgebrauch dieser Menschen nicht vor. Sie fühlen sich an eine Fach- oder Fremdsprache erinnert.
Tatsächlich fand ich auf der Suche nach einer passenden Definition des Wortes lediglich solche von Kommunikations-Schulungen, wie sie im Bereich der Wirtschaft und Unternehmensführung angeboten werden.
In einer völlig anderen Quelle fand ich überraschend eine Deutung des Wortes, wie sie zur Friedvollen Kommunikation passt:

Lass uns zunächst das Wort reden durch das Wort kommunizieren ersetzen. [...] Wenn wir versuchen, miteinander zu reden [...], werden wir sofort durch die unglaubliche Beschränktheit des Wortes eingeengt. Aus diesem Grund kommuniziere ich nicht nur mit Worten. [...] Meine üblichste Kommunikationsform ist das Gefühl.
Das Gefühl ist die Sprache der Seele. Wenn du wissen willst, was in bezug auf irgend etwas für dich wahr ist, dann achte darauf, was du fühlst. Gefühle sind manchmal schwer auszumachen - und sie anzuerkennen ist oft noch schwieriger. Doch in deinem tiefsten Gefühlen verborgen findet sich deine höchste Wahrheit. [...]
Ich kommuniziere auch über den Gedanken. [...] Bei der Kommunikation über [...] die geistige Vorstellung, die Idee, gebrauche ich oft Metaphern und Bilder. Aus diesem Grund sind Gedanken als Kommunikationsmittel häufig effektiver als bloße Worte.
Ergänzend zu den Gefühlen und Gedanken verwende ich auch als großartiges Kommunikationsmittel das Vehikel der Erfahrung.
Und wenn Gefühle, Gedanken und Erfahrungen sämtlich nichts fruchten, benutze ich schließlich Worte. Worte sind wirklich das am wenigsten effektive Kommunikationsmittel. Sie lassen sich leicht mißdeuten, werden oft falsch verstanden. [...] Sie sind nichts weiter als Äußerungen: Geräusche, die für Gefühle, Gedanken und Erfahrungen stehen. Sie sind Symbole, Zeichen, Erkennungszeichen.
WALSCH, NEALE DONALD „GESPRÄCHE MIT GOTT - EIN UNGEWÖHNLICHER DIALOG - BAND 1“ S. 20F.


Empathische Kommunikation mit Neugeborenen


Die Erläuterung nach Walsch, die dem Autor, laut seiner Aussage, von Gott in den Mund (oder in die den Stift führende Hand) gelegt wurde, könnte ebenso gut von jedem Neugeborenem auf dieser Welt stammen. Ein Baby (so wie jeder Mensch) kommuniziert zu jeder Zeit mit seiner Umwelt. Zusammen mit meinem Neffen Elia, der in der Zeit zur Welt kam, als ich mir Gedanken über das Thema der Fachklausur machte, erfuhr ich (von neuem?) was es bedeutet, auf die beschriebene Weise zu kommunizieren.
Da er sich noch nicht mit Worten verständigen kann, achte ich besonders darauf, was Elia fühlt. Ich beobachte seine Mimik und zunehmend auch seine Haltung und seine Gesten. Wenn ich mich bewusst mit ihm beschäftige, erkenne ich Elias Bedürfnisse, bevor er sie eindeutig durch Mimik, Gestik oder Geräusche ausdrückt. Wenn er sich mit mir in einem Raum befindet und unruhig wird, kann das viel bedeuten.
„Ich habe Hunger.“ - „Ich brauche Nähe.“ - „Ich möchte schlafen.“ - „Ich muss Pipi.“
Es klappt nicht jedes Mal, doch immer öfter nehme ich Elia auf den Arm und er jauchzt und lächelt. Oder ich beginne ein Schlaflied zu summen, worauf er ruhiger wird. Oder ich frage seine Mutter Beate (ohne zu wissen, wann Elia zuletzt gestillt wurde), ob er hungrig sein könnte, während sie selbst bereits ihre Beschäftigung beendet, um ihren Sohn zu stillen.

Ich bin sicher, solche und ähnliche Erfahrungen können alle Menschen berichten, die mit einem Säugling zusammen leben und sich auf das Kind einstellen - gleich ob es Eltern, Großeltern, Tanten, Onkel, Paten oder Pflegeeltern sind.
Hier wirkt deutlich sichtbar Empathie zwischen Neugeborenem und Erwachsenem. Doch scheint diese nicht mehr zu funktionieren, wenn das Kind älter wird und beginnt, Worte zu benutzen.


Gefühle erkennen und benennen


Ich ging 21 Jahre lang zur Schule bzw. zur Universität und ich kann mich nicht erinnern, dass mich jemals jemand gefragt hätte, wie ich mich fühle oder was ich brauche. Stattdessen lehrten sie mich Dinge wie ‚richtig‘ und ‚falsch‘, ‚gut‘ und ‚schlecht‘, um in ein System zu passen, das Menschen anhand dieser Standards bewertet.
Marschall B. Rosenberg - Entdecker der Gewaltfreien Kommunikation
GASCHLER, FRANK & GUNDI
„ICH WILL VERSTEHEN, WAS DU WIRKLICH BRAUCHST“ S. 9

Eines der grundlegenden Bedürfnisse eines jeden Menschen ist der Wunsch nach Verständnis. Wir können jedoch nur für jemanden Verständnis ausdrücken, wenn wir seine Gefühle begreifen und auch nennen können.
Vielen, insbesondere jungen Menschen fehlt oft das Vokabular um das auszudrücken, was sie selbst oder andere fühlen. Daher ist es sinnvoll, wenn vor allem ich, als Tagesmutter, meine Gefühle gegenüber den Kindern klar benenne.

Wenn Bedürfnisse nicht erfüllt werden, können folgende Gefühle auftreten:
angespannt, ängstlich, bekümmert, besorgt, einsam, entmutigt, enttäuscht, erschöpft, frustriert, gereizt, hilflos, hoffnungslos, lustlos, neidisch, nervös, ratlos, traurig, überlastet, unbehaglich, ungeduldig, unruhig, verärgert, verlegen, widerwillig, wütend

Wenn Bedürfnisse erfüllt werden, können folgende Gefühle auftreten:
angeregt, bewegt, begeistert, dankbar, energiegeladen, erfreut, erfüllt, erleichtert, erstaunt, fasziniert, frei, fröhlich, geborgen, gelassen, gerührt, hoffnungsvoll, inspiriert, lebendig, locker, motiviert, mutig, optimistisch, satt, selig, sicher, stolz, verliebt, vertrauensvoll, wohl, zufrieden, zuversichtlich


Das Thema „Emotionen“ während er Tagespflege


Neben alltäglichen Situationen, in denen Gefühle ganz bewusst genannt werden, gibt es die verschiedensten Möglichkeiten, Kinder spielerisch für Emotionen zu sensibilisieren und ihr Vokabular zu erweitern. Bilderbücher, Bastelaktionen, Spiele, Gedichte und Lieder können dabei auf einander aufbauen und zusammen mit den Kindern erfunden werden.


Bilderbücher zum Thema „Emotionen“

In vielen Bilderbüchern sind die Gefühle der Figuren deutlich gezeichnet. Dies kann zu Gesprächen anregen. „Wie würdest du dich in dieser Situation fühlen? Warst du schon mal traurig / wütend / glücklich / etc.? Was ist da passiert?“ Zusätzlich gibt es Bücher direkt zum Thema, wie z.B. „Ich und meine Gefühle“ (Kreul, Holde).

Basteln und spielen zum Thema „Emotionen“

Karten, auf denen Gefühle bildlich dargestellt werden, können gerade bei kleinen Kindern hilfreich sein. Die Kinder können z.B. fotografiert werden, wenn sie Gefühle pantomimisch darstellen.
Die Fotos können, in verschiedenen Größen ausgedruckt, auch gleich für unterschiedliche Spiele genutzt werden, die die Kinder alle selber basteln können (z.B. Memory, Domino, Puzzle).
Ein Gefühlsbarometer oder Gefühlsmasken können gebastelt werden.
Auch auf Luftballons lassen sich (z.B. mit Fingerfarben) Gesichter malen, die Gefühle darstellen.
Neben den bereits genannten Spielen rund um die Gefühlskarten, regen alle Materialien auch zum Rollenspiel an. Im Rollenspiel, gerne auch mit Puppen und Stofftieren als Unterstützung, lassen sich viele Szenen rund ums Thema darstellen.
Bei dem Spiel „Gefühlspantomime“ stellt ein Kind mit dem ganzen Körper mimisch ein Gefühl dar, das die anderen Kinder erraten.
Auch mit einzelnen Körperteilen lassen sich Gefühle darstellen. „Sei doch mal nur mit dem Fuß / mit der Hand / mit dem Gesicht wütend / traurig / albern etc.“

Lieder und Musik zum Thema „Emotionen“


Das Lied von den Gefühlen
1. Wenn ich glücklich bin, weißt du was?
Ja, dann hüpf ich wie ein Laubfrosch durch das Gras.
Solche Sachen kommen mir so in den Sinn,
wenn ich glücklich bin, glücklich bin.
2. Wenn ich wütend bin, sag ich dir,
dann stampf und brüll ich wie ein Stier.
Solche Sachen kommen mir so in den Sinn,
wenn ich wütend bin, wütend bin.
3. Wenn ich albern bin, fällt mir ein,
ja dann quiek ich manchmal wie ein kleines Schwein.
Solche Sachen kommen mir so in den Sinn,
wenn ich albern bin, albern bin.
4. Wenn ich traurig bin, stell dir vor,
ja, dann heul ich wie ein Hofhund vor dem Tor.
Solche Sachen kommen mir so in den Sinn,
wenn ich traurig bin, traurig bin.
5. Wenn ich fröhlich bin, hör mal zu,
ja dann pfeif ich wie ein bunter Kakadu.
Solche Sachen kommen mir so in den Sinn,
wenn ich fröhlich bin, fröhlich bin.
(Verfasser: unbekannt | Quelle: www.kramundkrempel.de (auf YouTube zum anhören))

Einmal so und einmal so
1. Manchmal möcht ich ganz laut singen
und in alle Pfützen springen,
jeden grüßen, den ich seh,
tanzen, wo ich geh und steh.
Manchmal möcht ich mich verstecken,
irgendwo in dunklen Ecken,
niemand sehn und niemand hörn,
Das Thema „Emotionen“ während er Tagespflege - 11 -
und dann darf kein Mensch mich störn.
Ref.: Einmal so und einmal so,
heute traurig, morgen froh,
Rumpelstilzchen, Pechmarie –
wie es kommt, das weiß man nie.
Einmal so und einmal so
heute traurig, morgen froh,
doch auch aus dem tiefsten Tal
geht es aufwärts allemal.
2. Manchmal möcht ich nur noch lachen,
ganz verrückte Sachen machen,
singen ohne Unterlaß,
alles ist ein Riesenspaß.
Manchmal möcht ich ständig meckern,
alle Welt mit Senf bekleckern,
voller Ärger könnt ich schrein:
„Laßt mich alle mal allein!“
Ref.: ...

(Text: Mathias R. Schmidt | Musik: Stephen Janetzko | Verlag: © Edition SEEBÄRMusik Stephen Janetzko | Web: www.kinderlieder-und-mehr.de)

Dies sind nur ein paar Beispiele an Liedern zum Thema „Emotionen“. Interessant kann es sein, weitere Strophen oder neue Lieder zu Gefühlen zu erfinden.
Falls Musikinstrumente vorhanden sind, eigenen auch diese sich wunderbar, Gefühle darzustellen.

Wenn du magst, lies auch den Anfang und den Schluss:


Mittwoch, 1. April 2015

Friedvolle Kommunikation von Anfang an

Facharbeit zur "Friedvollen Kommunikation" - Teil 1


Vor einigen Wochen fragte mich die Autorin Birgit Butz, ob ich Lust hätte, für ihren Newsletter rund um Kindergebärden einen kleinen Artikel zum Thema "Kindergebärden & Friedvolle Kommunikation" zu schreiben. Liebend gern, denn erste Gedanken diese beiden Themen zu verbinden, wachsen schon seit längerer Zeit in mir. Nur ist das Thema "Friedvolle Kommunikation" derart komplex, detailreich und vielschichtig, dass es unmöglich in einem kleinen Artikel derart abgehandelt werden kann, dass bisher Ahnungslose viel damit anfangen können. Es wäre ein Impuls, aus dem jeder seine eigenen Idee weiter spinnen kann. Doch wie schnell geht ein solcher Impuls im Alltag unter?
Mir fiel die Facharbeit ein, die ich im Rahmen meiner Qualifizierung zur Tagesmutter geschrieben hatte. Seit über zwei Jahren die Daten-Version auf meinem Rechner. Die Druckversion überließ ich meiner Referentin zur Ansicht bei weiteren Kursen zum Thema. Diese Facharbeit möchte ich nun veröffentlichen und allen Interessierten einen klein wenig mehr als einen Impuls anbieten. Da ich den quantitativen Rahmen des erlaubten voll ausnutzte, erachte ich sie als zu lang, sie in einem Stück zu lesen und den Inhalt zur Gänze zu verinnerlichen. Daher werde ich sie hier in einzelnen Teilen veröffentlichen und dabei die Gelegenheit nutzen, meinen Text von damals bei Bedarf mit heutigen Erkenntnissen zu ergänzen.

Der "Entdecker" der Gewaltfreien Kommunikation

Dr. Ph. D. Marshall B. Rosenberg, der in einem brodelnden Viertel in Detroit aufwuchs, entwickelte ein intensives Interesse an einer friedlichen Kommunikationsform als Alternative zu der Gewalt, die er in seiner Jugend kennen lernte. Er promovierte im Jahr 1961 an der University of Wisconsin zum Doktor der Psychologie. Dank weiterer Lebenserfahrungen und seinem Studium in vergleichender Religionswissenschaft entwickelte er den Ansatz der Gewaltfreien Kommunikation (GFK).
Das Center for Nonviolent Communication (CNVC), das er 1984 gründete, hat sich seit dem zu einer internationalen gemeinnützigen Organisation mit über hundert Trainer/innen entwickelt, die in Nord- und Südamerika, Europa, Asien, dem Mittleren Osten und Afrika Trainings anbieten.
(Quelle: ROSENBERG, MARSHALL B. „Das können wir klären!“ | Junfermann Verlag | 2. Auflage
2007 | ISBN 978-3-87387-568-5)


Friedvolle Kommunikation und ich

Schon bevor ich anfing, an dieser Fachklausur zu schreiben, beschäftigte ich mich mit dem Thema „Friedvolle Kommunikation“ und setze sie zunehmend in meinem Alltag ein.
Während ich an der Klausur schreibe, bin ich als pädagogische Fachkraft in der Grundschule Ottenstein tätig, wo ich Kinder im Alter von 6-10 Jahren betreue. Das geforderte Praktikum leiste ich im Kinderhaus Ottenstein, wo ich die Fachkräfte bei der Betreuung von Kindern im Alter von 3-12 Jahren betreue. Zuhause habe ich engen Kontakt mit meinen beiden Neffen Lutz (im Zeitraum 2,9-3 Jahre) und Elia (im Zeitraum 0-4 Monate).
Mit all diesen Kindern setze ich diese Art zu sprechen nicht nur bei Konflikten, sondern zunehmend auch im Alltag ein. Hilfreich ist für mich immer wieder ein Zitat des Entdeckers:

Alles, was es wert ist, getan zu werden,
ist es auch wert, unvollkommen getan zu werden.
Marschall B. Rosenberg - Entdecker der Gewaltfreien Kommunikation
GASCHLER, FRANK & GUNDI
„ICH WILL VERSTEHEN, WAS DU WIRKLICH BRAUCHST“ S. 80

Wenn du magst, lies auch den Schluss:




Donnerstag, 6. November 2014

Jeder Funke kann ein Leuchtfeuer auslösen

Vor einigen Monaten überlegte ich, wie ich mein vorrangiges Ziel, meine Erkenntnisse weiterzugeben, damit andere sich ein Bild machen können, näher kommen kann. Bis zu diesem Zeitpunkt nutzte ich dazu in erster Linie Facebook, indem ich Informationen, die mich inspirieren, teile, manchmal auch kommentiere. Allerdings beschäftigen sich viele meiner Kontakte mit ähnlichen oder denselben Themen, für die ich mich begeistere. Welchen Sinn macht es, so überlegte ich, Hinweise stets in einem Kreis weiterzuleiten, der ohnehin aus aufgeschlossenen, begreifenden, erwachenden Menschen besteht? Jene, die ich tatsächlich erreichen wollte, Verwandte und enge Freunde, erreichte ich nicht über dieses Medium.

Und doch wurde ich vor einer Weile überrascht, als mich die Mutter eines ehemaligen Tageskindes anschrieb. Ich hatte sie erst kurz zuvor meiner Kontakt-Liste hinzugefügt. Sie zeigte sich an einigen Dingen, die ich weitergab, interessiert und lud mich spontan zum Abendessen ein. Es folgte ein interessantes Gespräch, dem weitere folgen werden.
Für mich war es ein Zeichen, dass ich über Facebook durchaus etwas bewirken kann. Wie viele mögen sich von den Artikeln, Zitaten und Bildern, die ich weitergebe, inspiriert fühlen, ohne mit mir Kontakt aufzunehmen?
Und doch ist es mir zu wenig. Es gibt derzeit etliche, die dem Mainstream folgen, ohne zu hinterfragen. Zahlreiche, die derart oberflächlich leben, dass sie nicht daran denken, auf wessen Kosten sie dieses Dasein führen. Die so genannte kritische Masse ist offenbar noch lange nicht erreicht.

Meine einzige Idee dazu ist, weiterhin Informationen zu teilen - jede Chance zu nutzen. Irgendjemanden werden sie erreichen, genau in der passenden Situation, so dass diese Person die Augen öffnen wird. Sie wird sich fragen: „Was ist das?“ oder „Wie kann das sein?“ Sie wird nachforschen. Und selbst wenn sie nur zu einem Thema alternative Quellen nutzt, ist ein Schritt getan.
Darum beschloss ich vor einigen Monaten, dass ich zunehmend jede mir erdenkliche Möglichkeit nutzen möchte, um Menschen, mit denen ich Kontakt habe, Inspirationen anzubieten.

Wenn ich Bücher versende, lege ich ein Exemplar der Streitschrift von Felix Finkbeiner bei - kostenlos und ungefragt. Auf diese Weise kann ich mir völlig unbekannte Menschen gleich für mehrere Themen sensibilisieren, selbst wenn sie nur aus Neugier einen Blick in das Heftchen werfen.

In meiner Tagespflege komme ich ganz automatisch mit den Eltern und weiteren Verwandten meiner Tageskinder ins Gespräch. Gerne leihe ich Bücher von Marshall Rosenberg aus.

Als Rollenspielerin entschloss ich mich, mein langjähriges Hobby mit anderen Themen, die mich begeistern, zu verbinden. Indem ich in das Leben meiner Charaktere Aspekte dieser Themen einflechte, wecke ich Menschen, die (vielleicht) bisher überhaupt nicht an dieses dachten, das Interesse, nachzuforschen.

Selbstverständlich spreche ich meine Thematiken auch im Alltag an. Am Häufigsten sicher die Problematik, dass immer noch Kinder für (Kinder-)Schokolade als Sklaven arbeiten müssen.

Dies ist mein Weg, Bewusstheit zu schaffen, in dem festen Glauben, dass jeder Funke ein Leuchtfeuer auslösen kann.

Samstag, 30. August 2014

Gott über Transparenz im Umgang mit Geld

Die meisten Menschen verstecken die Dinge, derer sie sich schämen oder von dnen andere Leute nichts erfahren sollen. [...] Das heißt, ihr seid nicht offen, wenn es ums Geld geht. Ihr betrachtet euer Geld als eine äußerst private Angelegenheit. Und darin liegt das Problem.
Wenn jeder alles über jedermanns Finanzsituation wüsste, gäbe es einen Aufstand in eurem Land und auf dem Planten, wie ihr ihn noch nie erlebt habt. Und danach würden alle menschlichen Angelegenheiten nach den Prinzipien von Fairness, Gleichbehandlung und Ehrlichkeit und unter Berücksichtigung der Priorität  des wahren Wohls aller geregelt werden.
Fairness oder Gleichbehandlung, Ehrlichkeit oder das Gemeinwohl lassen sich derzeit unmöglich auf dem Marktgeschehen einführen, weil sich Geld so leicht verstecken lässt. Ihr könnt es buchstäblich auf psychische Weise nehmen und verstecken. Und es gib auch alle möglichen Methoden, mit deren Hilfe kreative Buchhalter Firmengelder "verstecken" oder "verschwinden lassen" können.
Da Geld also versteckt werden kann, gibt es keine Möglichkeit zu erfahren, wie viel jeder hat und was er damit macht.
Gespräche mit Gott - Band 2 S. 273

Kannst du dir vorstellen, was an den Arbeitsplätzen auf dem Globus los wäre, wenn alle Firmen gezwungen wären, die jeweiligen Gehälter aller ihrer Angestellten publik zu machen? Nicht die Gehaltskategorien bestimmter Arbeitsplatzeinstufungen, sondern das tatsächliche Entgeld, das jedes Individuum erhält.
Gespräche mit Gott - Band 2 S. 275

Denk nur mal nach. Glaubst du nicht, die Dinge würden sich ändern, wenn ihr genau wüsstet, wie viel Geld jeder von euch besitzt und wie viel Profit alle eure Industrien und Konzerne machen und wie viel jeder ihrer leitenden Angestellten wirklich verdient - und wie diese Personen und Konzerne ihr Geld verwenden?
Denk mal darüber nach. Welche Veränderungen würden sich deiner Ansicht nach daraus ergeben?
Die simple Tatsache ist die, dass sich die Menschen 90 Prozent von dem, was auf der Welt vor sich geht, nicht gefallen lassen würden, wenn sie wüssten, was da wirklich gespielt wird.
Die Gesellschaft würde diese außerordentlich einseitige und unangemessene Verteilung des Reichtums und noch weniger Mittel, mit denen er erworben wird, um noch mehr Gewinn zu machen, nicht sanktionieren, wenn alle Menschen allerorten detaillierte und sofortige Kenntnis von diesen Fakten erhielten.
Nichts führt rascher zu einem angemessenen Verhalten, als wenn die Dinge ans Licht der kritischen Öffentlichkeit gebracht werden.
Gespräche mit Gott - Band 2 S. 276

Ich fordere euch dazu heraus, endlich den Mut zu haben, all euer Geld und all eure Papiere und Münzen und nationalen Währungen wegzuwerfen und neu anzufangen. Entwickelt ein internationales monetäres System, das weit offen, total einsichtig, sofort nachvollziehbar und völlig durchschaubar ist. Errichtet ein Weltweites Abrechnungssystem (WAS) mit Kreditposten für jeweils geleistete Dienste und hergestellte Produkte und Schuldposten für jeweils in Anspruch genommene Dienstleistungen und konsumierte Produkte.
Alles würde in diesem System verzeichnet werden. Erträge aus Investitionen, Erbschaften, Gewinne aus Wetten, Gehälter und Löhne, Trinkgelder und Gratifikationen, alles. Und nichts könnte ohne Krediteinheiten gekauft werden. Es gäbe keine andere Handelswährung, und jedermanns Unterlagen wären für alle einsehbar.
[...]
Unter dem neuen Weltweiten Abrechnungssystem wäre der Transfer von Schuld- und Kreditposten sofort und total einsehbar. Das heißt, jeder könnte das Konto irgendeiner anderen Person oder Organisation jederzeit inspizieren. Nichts würde geheimgehalten, nichts wäre "Privatsache". Das WAS würde jährlich jenen Personen 10 Prozent von ihren sämtlichen Gewinnen abziehen, die freiwillig um einen solchen Abzug bitten. Es gäbe keine Einkommenssteuer, keine Formulare, keine Abschreibungen, keine "Schlupflöcher", keine Mogelei und Hinterziehung" Da alle Unterlagen offen einsehbar wären, könnte jeder in der Gesellschaft feststellen, wer sich dafür entscheidet, zehn Prozent für das Gemeinwohl zu stiften, und wer nicht. Diese freiwillig geleisteten Abzüge würden zur Unterstützung all der staatlichen Programme und Dienstleistungen dienen, für die sich das Volk per Abstimmung entschieden hat.
Das ganze System wäre sehr einfach und durchschaubar.
Gespräche mit Gott - Band 2 S. 277ff

Sonntag, 3. August 2014

Über die Erste Erkenntnis

ISBN: 978-3-548-74119-2

Eine uralte Handschrift

"Er behauptete, dass die Handschrift aus dem Jahr 600 vor Christus stammte und eine massive Transformation der menschlichen Gesellschaft voraussagt."
"Für wann?"
"Für die letzten Jahrzehnte des zwanzigsten Jahrhunderts."
"Für jetzt?"
"Ja, jetzt."
"Um was für eine Transformation soll es sich denn handeln?", fragte ich.
Sie wirkte ein wenig verlegen, bevor sie mit Nachdruck weiter sprach. "Der Priester ließ mich wissen, dass es sich um eine Wiedergeburt des Bewusstseins handelt, die sehr langsam vonstatten geht. Sie ist spiritueller und nicht religiöser Natur. Wir sind angeblich dabei, etwas bahnbrechend Neues über die menschliche Lebensform auf diesem Planeten zu entdecken, etwas, das uns den Sinn unserer Existenz erklären und unsere Kultur dramatisch verändern wird."
Wieder hielt sie inne und fügte hinzu: "Der Priester sagte mir, dass die Handschrift aus unterschiedlichen Abschnitten bestehe, von denen jeder eine besondere Erkenntnis über unser Leben enthält. Die Schrift sagt voraus, dass die Menschen unserer Zeit damit beginnen werden, diese Erkenntnisse eine nach der anderen zu verstehen, und sich dadurch auf eine vollkommen spirituelle Daseinsform zubewegen."
(S. 13)

Die innere Unruhe

"Genau das ist es! Zuerst sind wir verunsichert. Dem Manuskript zufolge beginnt damit unsere Einsicht in eine andere, neue Form des Erlebens... Gewisse Lebenssituationen scheinen urplötzlich eine andere Qualität zu haben, sie sind intensiver und anregender. Doch wissen wir weder, was das Wesen dieser Erfahrung ist, noch wie wir diese inspirierenden Momente halten können. Und wenn sie vorüber sind, fühlen wir uns unbefriedigt und rastlos, gefangen in einem Leben, das nun wieder gewöhnlich und uninteressant zu sein scheint."
"Du meinst, dass innere Unruhe hinter dem Ausbruch der Frau gestanden hat?"
"Ja. Sie unterscheidet sich darin kein bisschen von uns. Wir alle suchen nach einem kleinen bisschen mehr Erfüllung und wollen nichts mehr mit Dingen zu tun haben, die uns runterziehen. Diese Unruhe steht hinter dieser 'Ich-zuerst'-Einstellung der letzten Jahrzehnte und betrifft jeden, von den Jungs auf der Wall Street bis hin zu denen in den Straßengangs."
Sie sah mir direkt in die Augen. "Und was Beziehungen angeht, haben wir so hohe Anforderungen entwickelt, dass wir sie nahezu unmöglich machen."
Automatisch erinnerte ich mich bei diesen Worten an meine beiden letzten Beziehungen. Beide hatten mit der gleichen Intensität begonnen und waren vor Ablauf eines Jahres gründlichst gescheitert. Als ich meine Aufmerksamkeit wieder Charlene zu wandte, wartete sie noch auf meine Antwort.
"Und was machen wir in unseren Beziehungen falsch?" fragte ich.
"Auch darüber habe ich mit dem Priester lange Zeit gesprochen", erwiderte sie. "Er meinte, dass ein Krieg des Egos unvermeidlich ist, wenn beide Partner innerhalb einer Beziehung zu fordernd sind und vom anderen verlangen, in seiner Welt aufzugehen oder für seine Aktivitäten dauernd verfügbar zu sein."
Was sie sagte, kam mir nur allzu bekannt vor. Meine beiden letzten Beziehungen waren im wahrsten Sinne des Wortes zu reinen Machtkämpfen verkommen. In beiden hatte sich ein starker Interessenkonflikt gezeigt, war alles zu schnell gegangen. Wir hatten uns zuwenig Zeit genommen, um über unsere unterschiedlichen Ansichten zu sprechen, Ansichten darüber, was wir mit unserer Zeit anfangen sollten, welchen Weg wie einschlagen und welchen Interessen wir gemeinsam nachgehen sollten. Am Ende war der Streit darüber, wer den Ton angab und den Tagesablauf bestimmte, zu einem unüberwindlichen Hindernis geworden.
"Aufgrund dieser Machtkämpfe", fuhr Charlene fort, "wird es immer schwieriger, mit einer Person für längere Zeit zusammenzubleiben."
"Klingt nicht sonderlich spirituell."
"Das habe ich dem Priester auch gesagt", erwiderte sie. "Doch gab er zu bedenken, dass die meisten gesellschaftlichen Missstände auf diese innere Unruhe zurückzuführen seien; dass diese Probleme nur vorübergehender Natur sind und schließlich überwunden werden. Dann werden wir endlich verstehen, wonach wie eigentlich suchen und was diese scheinbar so erfüllende Erfahrung in Wirklichkeit ausmacht. Und in dem Augenblick werden wir die Erste Erkenntnis gewonnen haben."
(S. 15f.)


Sonntag, 21. Juli 2013

Gott über den Einfluss der Eltern

ISBN 978-3-442-21786-1
[...] ihr wisst nicht, wer-ihr-seid, und glaubt, sehr viel weniger zu sein. Und woher habt ihr die Vorstellung, daß ihr sehr viel weniger großartig seid, als ihr seid? Von den einzigen Menschen, deren Wort alles für euch gilt: von eurer Mutter und eurem Vater.
Das sind die Menschen, die ihr am meisten liebt. Warum sollten sie euch anlügen? Aber haben sie euch nicht gesagt, daß ihr zu sehr dies und zuwenig das seid? Haben sie euch nicht ermahnt, daß man euch zwar sehen, aber nicht hören soll? Haben sie euch nicht in manchen Momenten eures größten Überschwangs zurechtgewiesen? Und haben sie euch nicht dazu ermuntert, von einigen eurer wildesten und kühnsten Vorstellungen abzulassen?
Das sind die Botschaften, die ihr empfangen habt, und obwohl sie den Kriterien nicht entsprechen und somit keine Botschaften von Gott sind, könnten sie es doch ebenso gut sein, denn sie kamen ja von den Göttern eures Universums. Eure Eltern waren es, die euch lehrten, daß Liebe ihre Bedingungen hat - Bedingungen, die ihr viele Male zu spüren bekommen habt -, und das ist die Erfahrung, die ihr in eure eignen Liebesbeziehungen hineintragt.
Das ist auch die Erfahrung, die ihr mir zutragt.
Aus dieser Erfahrung zieht ihr eure Schlüsse in bezug auf mich. Innerhalb dieses Kontexts sprecht ihr eure Wahrheit. "Gott ist ein liebender Gott", sagt ihr, "aber wenn du seine Gebote übertrittst, wird er dich mit ewiger Verbannung und Verdammnis bestrafen."
Denn habt ihr nicht erlebt, daß eure Eltern euch verbannten? Kennt ihr nicht den Schmerz ihrer Verdammung? Wie solltet ihr euch denn da vorstellen können, daß es mit mir anders ist? [...]
Ihr hat die "Elternrolle" auf Gott projiziert und seid so zu einer Vorstellung von einem Gott gelangt, der richtet und belohnt oder bestraft, je nachdem, wie gut er das findet, was ihr da angestellt habt.
aus: "Gespräche mit Gott - Ein ungewöhnlicher Dialog - Band 1" Seite 39ff

Mittwoch, 3. April 2013

Gott über Angst und Liebe

ISBN 978-3-442-21786-1
Alle menschlichen Handlungen gründen sich auf tiefster Ebene auf zwei Emotionen: auf Angst oder auf Liebe. In Wahrheit gibt es nur zwei Emotionen - nur zwei Worte in der Sprache der Seele. Dies sind die beiden gegensätzlichen Pole der großen Polarität, die ich zusammen mit dem Universum und der Welt, wir ihr sie heute kennt, erschuf.
[...] Ohne diese beiden Punkte, ohne diese beiden Begriffe von den Dingen könnte keine andere geistige Vorstellung existieren.
Jeder menschliche Gedanke und jede menschliche Handlung gründet sich entweder auf Liebe oder auf Angst. Es gibt keine andere menschliche Motivation, und alle andere geistigen Vorstellungen leiten sich aus diesen beiden ab. Sie sind einfach verschiedene Versionen, verschiedene Abwandlungen desselben Themas.
[...] Liebe stiftet Angst stiftet Liebe stiftet Angst...
... Und der Grund dafür findet sich der ersten Lüge - jener Lüge, die ihr als die Wahrheit über Gott erachtet -, daß man in Gott kein Vertrauen setzen kann; daß auf Gottes Liebe kein Verlaß ist; daß Gott euch nur unter bestimmten Bedingungen akzeptiert; daß somit letztlich das Endresultat zweifelhaft ist. Denn wenn ihr euch nicht darauf verlassen könnt, daß Gottes Liebe immer da ist, dann fragt sich, auf wessen Liebe ihr auch denn verlassen könnt. Werden sich denn nicht, wenn Gott sich zurückzieht, sobald ihr nicht rechtschaffen lebt, auch bloße Sterbliche von euch abwenden? [...]
Doch wenn ihr wüßtet, wer-ihr-seid - daß ihr die herrlichsten, bemerkenswertesten und glanzvollsten Kreaturen seid, die von Gott je erschaffen wurden -, würdet ihr euch niemals ängstigen. Denn wer könnte etwas so Wunderbares und Großartiges ablehnen? Nicht einmal Gott könnte an einem solchen Wesen etwas auszusetzen haben.
aus: "Gespräche mit Gott - Ein ungewöhnlicher Dialog - Band 1" Seite 37ff

(21.07.2013)
Nachdem ihr ein ganzes Gedankengebäude um Gott errichtet habt, das sich auf die menschliche Erfahrung statt auf spirituelle Wahrheit gründet, erschafft ihr nun ein ganzes Realitätssystem um die Liebe herum. Es ist eine auf Angst gegründete Realität, die in der Vorstellung von einem furchteinflößenden, rachsüchtigen Gott wurzelt. Der hinter dieser Vorstellung existierende stiftende Gedanke ist falsch, aber dessen Negierung würde den Zusammenbruch eurer ganzen Theologie zur Folge haben. Und obwohl die sie ersetzende Theologie wahrlich eure Rettung wäre, seid ihr unfähig, sie zu akzeptieren, weil die Vorstellung von einem Gott, der nicht gefürchtet werden muß, der nicht richtet und der keinen Grund zur Bestrafung hart, ganz einfach zu großartig ist, als daß ihr sie selbst in eure grandiosesten Ideen über das, was und wer Gott ist, integrieren könntet.
Diese auf Angst gegründete Realität der Liebe beherrscht eure Erfahrung von Liebe; tatsächlich wird sie von ihr erschaffen. Denn nicht nur seht ihr euch an Bedingungen geknüpfte Liebe empfangen, ihr seht euch auch sie auf diese gleiche Weise geben. [...]
Alle Handlungen menschlicher Wesen gründen sich auf Liebe oder Angst, nicht nur jene, die mit Beziehungen zu tun haben. Entscheidungen, die das Geschäft betreffen, das Wirtschaftsleben, die Politik, die Religion, die Erziehung der jungen Leute, die sozialen Angelegenheiten eurer Nationen, die ökonomischen Ziele eurer Gesellschaft, Beschlüsse hinsichtlich Krieg, Frieden, Angriff, Verteidigung, Aggression, Unterwerfung; Entschlüsse, haben zu wollen oder wegzugeben, zu behalten oder zu teilen, zu vereinen oder zu trennen - jede einzelne freie Wahl, die ihr jemals trefft, entsteht aus einem der beiden möglichen Gedanken: aus einem Gedanken der Liebe oder einem der Gedanken der Angst.
Angst ist die Energie, die zusammenzieht, versperrt, einschränkt, wegrennt, sich versteckt, hortet, Schaden zufügt. Liebe ist die Energie, die sich ausdehnt, sich öffnet, aussendet, bleibt, enthüllt, teilt, heilt.
Angst umhüllt unseren Körper mit Kleidern, Liebe gestattet uns, nackt dazustehen. Angst krallt und klammert sich an alles, was wir haben, Liebe gibt alles fort, was wir haben. Angst hält eng an sich, Liebe hält wert und lieb. Angst reißt an sich, Liebe läßt los. Angst nagt und wurmt, Liebe besänftigt. Angst attackiert, Liebe bessert.
Jeder Gedanke, jedes Wort oder jede Tat eines Menschen gründet sich auf eine dieser beiden Emotionen. Darin habt ihr keine Wahl, denn es steht euch nichts anderes zur Wahl. Aber ihr habt freie Wahl, welche der beiden ihr euch aussuchen wollt.
aus: "Gespräche mit Gott - Ein ungewöhnlicher Dialog - Band 1" Seite 41ff

Dienstag, 12. Februar 2013

Gott über den Teufel

ISBN 978-3-442-21786-1
[...] und so mußtet ihr in eurer Phantasie eine Gott gleiche Macht erschaffen, um eine Möglichkeit zu finden, sich dem Willen Gottes entgegenzustellen. Also habt ihr in eurer Mythologie jenes Wesen erschaffen, das ihr "Teufel" nennt. Ihr habt euch sogar einen Gott vorgestellt, der sich mit diesem Wesen bekriegt [...]. Und schließlich habt ihr euch doch tatsächlich eingebildet, daß Gott diesen Krieg verlieren könnte.
Alles das stellt eine Verletzung des ganzen Wissens dar, das ihr, wie ihr sagt, über Gott habt; doch das spielt keine Rolle. Ihr lebt eure Illusion und empfindet deshalb Furcht - alles eine Folge eurer Entscheidung, an Gott zu zweifeln.

aus: "Gespräche mit Gott - Ein ungewöhnlicher Dialog - Band 1" Seite 36

Montag, 11. Februar 2013

Gott über Zweifel

ISBN 978-3-442-21786-1
Und darauf beruht die zweite große Illusion der Menschen: Sie glauben, daß das Endresultat des Lebens zweifelhaft ist. Dieser Zweifel am Endergebnis hat euren größten Feind geschaffen, nämlich die Furcht. Denn wenn ihr an diesem letztlichen Endergebnis zweifelt, müßt ihr am Schöpfer zweifeln - an Gott. Und wenn ihr an Gott zweifelt, müßt ihr euer Leben lang in Angst und mit Schuldgefühlen verbringen.
Wenn ihr an den Absichten Gottes zweifelt - und an Gottes Fähigkeit, dieses letztliche Endergebnis zu bewirken -, dann fragt sich, wir ihr euch jemals entspannen könnt. Wie könnt ihr dann je wahren Frieden finden?
aus: "Gespräche mit Gott - Ein ungewöhnlicher Dialog - Band 1" Seite 35f.

Sonntag, 10. Februar 2013

Gott über seine Beziehung zu mir

ISBN 978-3-442-21786-1
Es bekümmert mich nicht, was du tust, und das zu hören ist für dich hart. Doch bekümmert es dich denn, was deine Kinder tun, wenn du sie zum Spielen hinausschickst? Ist es für dich von irgendwelcher Bedeutung, ob sie Fangen oder Verstecken oder Ochs am Berg spielen? Nein - und zwar weil du weißt, daß sie sich in Sicherheit befinden. Du hast sie in eine Umgebung gebracht, die nach deinem Dafürhalten freundlich und ausgesprochen in Ordnung ist.
Selbstverständlich wirst du immer hoffen, daß sie sich nicht verletzen. Und wenn es geschieht, bist du da und hilfst ihnen, heilst sie, läßt sie sich wieder sicher fühlen, wieder glücklich sein und wieder hinausgehen und einen weiteren Tag mit Spielen verbringen. Aber ob sie nun Fangen oder Verstecken spielen wollen, ist auch am nächsten Tag für dich ohne Belang.
Du wirst ihnen natürlich sagen, welche Spiele gefährlich sind. Aber du kannst deine Kinder nicht davon abhalten, daß sie gefährliche Dinge tun. Nicht immer. Nicht für alle Zeiten. Nicht in jedem Augenblick von jetzt an bis zum Tod. Kluge Eltern wissen das. Und doch hören Eltern nie auf, sich um das Resultat zu sorgen. Mit dieser Dichotomie - sich einerseits nicht sonderlich um den Prozeß bekümmern, doch sich andererseits zutiefst um das Resultat sorgen - läßt sich annähernd die Dichotomie Gottes beschreiben.
aus: "Gespräche mit Gott - Ein ungewöhnlicher Dialog - Band 1" Seite 35

Sonntag, 20. Januar 2013

Gott über das Gebet

ISBN 978-3-442-21786-1
Kein Gebet - und ein Gebet ist nichts weiter als eine inbrünstige Aussage über das, was so ist - bleibt unbeantwortet. Jedem Gebet - jedem Gedanken, jeder Aussage, jedem Gefühl - wohnt eine schöpferische Kraft inne. In dem Maße, wie es aus ganzem Herzen als Wahrheit erachtet wird, wird es sich auch in deiner Erfahrungswelt manifestieren. Wenn es heißt, daß ein Gebet nicht erhört wurde, dann sind in Wirklichkeit der Gedanke, das Wort, das Gefühl, die am innigsten gehegt wurden, wirksam geworden. Doch du mußt wissen - und das ist das Geheimnis -, daß es immer der Gedanke hinter dem Gedanken, jener Gedanke, der sozusagen Pate steht, der "stiftende Gedanke" ist, der beherrschend wirksam wird. [...]
Der Gebetsvorgang wird sehr viel einfacher, wenn ihr nicht glauben müßt, daß Gott zu jeder Bitte immer "ja" sagen wird, sondern vielmehr intuitiv versteht, daß die Bitte selbst gar nicht notwendig ist. Dann ist das Gebet ein Dankgebet. Es gar keine Bitte, sondern eine in Dankbarkeit geäußerte Aussage über das, was so ist.
aus: "Gespräche mit Gott - Ein ungewöhnlicher Dialog - Band 1" Seite 33

Wenn du glaubst, daß Gott ein allmächtiges Wesen ist, das alle Gebete hört und zu einigen "ja", zu anderen "nein" und zum Rest "vielleicht, aber nicht jetzt" sagt, dann irrst du dich. An welche Faustregel würde sich Gott denn bei seiner Entscheidung halten?
aus: "Gespräche mit Gott - Ein ungewöhnlicher Dialog - Band 1" Seite 34

Freitag, 11. Januar 2013

Gott über den Glauben

ISBN 978-3-442-21786-1
Wenn dein Glauben nur so groß ist wie ein Senfkorn, wirst du Berge versetzen. Du wirst wissen, daß es da ist, weil ich gesagt habe, daß es da ist; weil ich gesagt habe, daß ich, noch bevor du fragst, schon geantwortet haben werde; weil ich gesagt habe, und es euch auf jede erdenkliche Weise durch jeden Lehrer, den ihr nennen könnt, sagte, daß das, was immer ihr wählt, in meinem Namen wählt, auch sein wird.
aus: "Gespräche mit Gott - Ein ungewöhnlicher Dialog - Band 1" Seite 32