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Donnerstag, 27. November 2014

Von der Kraft, die Hand zu senken und aufzustehen

In den letzten beiden Wochen las ich gleich drei Blog-Artikel zum Thema "Gewalt gegen Kinder". Angefangen hat es in dem Blog Geborgen Wachsen mit einem Aufruf gegen Gewalt gegen Kinder. Weiter ging es in dem Blog Wunschkind - Herzkind - Nervkind mit der Aktion: Kinder sind unschlagbar. Vor wenigen Minuten las ich den Eintrag Es hat dir nicht geschadet in der Jazzlounge.

Von meinen Taten und Nicht-Taten


Mir wird bei diesem Thema das Herz eng. Ich fühle regelrecht, wie sich etwas um mein Herz legt und mir kalt wird. Es sind keine Erinnerungen aus meiner Kindheit, die dies hervor rufen. Es sind meine Taten - und vor allem meine Nicht-Taten.

Während ich noch darüber nachdenke, kommen mir diese Worte in den Sinn: Mit dem Schlagen von Kindern aufzuhören, ist eine ebenso große Herausforderung, wie mit dem Rauchen aufzuhören. Was mich persönlich betrifft, ist die Herausforderung sogar größer. Ich rauche seit etwa sieben Jahren nicht mehr. Wann habe ich das letzte Mal einem Kind einen Klaps gegeben?

Wie kommt es überhaupt dazu?

Ich kann nur von mir persönlich,  meinen eigenen Taten und Nicht-Taten erzählen. Wie komme ich dazu, einem Kind einen Klaps zu geben? (Das Wort "schlagen" möchte ich noch nicht einmal denken, und doch ist auch ein Klaps ein Schlag!)
Ich bin überfordert. Es mag angestauter Stress des Tages sein, Wut über irgendetwas oder irgendjemanden und - oder auch einzig - ein unfolgsames, vielleicht zusätzlich quängelndes Kind. Wer kann sich von so etwas freisprechen? Kannst du es? Wirklich? Dann bewahre es dir.

Ich erinnere mich sehr genau an die Situation, als ich das letzte Mal einem Kind einen Klaps gegeben habe. Es fällt mir dagegen nicht mehr ein - und dafür bin ich sehr dankbar - wann diese Situation war. Es ist schon eine ganze Weile her und es war tatsächlich das letzte Mal.
Danach gab es noch häufig Situationen, in denen ich die Hand erhoben hatte. Ich hatte meine große Hand gegen ein kleines Kind erhoben im Begriff zuzuschlagen (Irgendwie klingt "einen Klaps geben" wesentlich harmloser.) und habe es nicht getan. Ich hatte rechtzeitig bemerkt, was ich zu tun im Begriff war. Ich glaube, ich habe in diesem Moment jedes Mal die Hand sinken lassen und das Kind umarmt - ganz gleich, was die Situation ausgelöst hatte, womit das Kind meine Ohnmacht hervorgerufen hatte. Ich hatte sie in diesem Moment überwunden und war voll Dankbarkeit. Auch eine solche Begebenheit ist bereits eine kleine Weile her. Darüber bin ich sehr froh und dankbar.

Weil Kinder weniger Mensch sind, als Erwachsene?

Ich bin eine erwachsene Frau. Ich habe 34 Jahre Lebenserfahrung gesammelt. Zu einigen Themen habe ich einen sehr hohen Anspruch an mich selbst und dazu gehört, dass ich nicht schlage.
Ich käme niemals auf die Idee, einen anderen erwachsenen Menschen zu schlagen, gleich wie beschissen mein Tag war oder wie sehr diese Person mir auf die Nerven gehen mag. Es gibt etliche Situationen und Menschen, bei denen ich dieses Bedürfnis Verlangen mitunter habe - doch setze ich es nicht in die Tat um.
Warum tat ich es bei kleinen Kindern? Warum tun es so viele Erwachsene bei Kindern?
Der Grund mag in den Erfahrungen eines jeden schlagenden Menschen liegen, doch in der unmittelbaren Situation gibt es meines Erachtens nur einen einzigen Grund. Der Erwachsene hat sich auf den geistigen und emotionalen Stand eines Kindes zurückentwickelt.

Weil ich im Innern ein Kind bin?

Ich habe beobachtet, dass Kinder schlagen und schubsen. Auch in Haushalten, in denen Kinder keine körperliche Gewalt erfahren, schlagen und schubsen sie andere Kinder häufig, noch ehe sie ihren ersten Geburtstag gefeiert haben. Schlagen ist ein Ausdruck von Ohnmacht. Und grade Kleinstkinder, die sich noch nicht verbal mitteilen können, entdecken das Schlagen für sich als ein Instrument des Sich-Mitteilens. Wenn sie damit erfolgreich sind, setzten sie dieses Instrument immer wieder ein - logisch.
Die Kinder, für die ich verantwortlich bin, halte ich von Anfang an dazu an, andere Wege, als körperliche Gewalt zu entdecken. Ich lebe sie ihnen vor. Ich stoppe sie in ihrem Tun, erkläre ihnen andere Möglichkeiten und lebe sie immer wieder vor. Es funktioniert - auch schon bei den ganz Kleinen! Selbst, wenn sie noch nicht mehr als ein paar Worte verbal sprechen können! Ich erlebe es!
Wenn Kinder unter 3 Jahren andere Konfliktlösungen für sich entdecken können, sind sie in dem Moment, in dem ich schlage, reifer und weiter entwickelt als ich. Und weil ich an mich selbst den Anspruch habe, älter als 3 Jahre zu sein (Es sei denn ich erfreue mich an den Wundern der Natur!), habe auch ich andere Lösungen zu finden.

So viel zu mir und meinen Taten. Was ist nun mit meinen Nicht-Taten?
Was meine ich mit dieser Wortschöpfung?
Ich schreite wirklich nahezu jedes Mal ein, wenn ich beobachte, wie Kinder anderen Kindern körperliche Gewalt antun. Wann schreite ich ein, wenn Erwachsene Kindern körperliche Gewalt antun? Ich tue es - doch viel zu selten. Dies sind meine Nicht-Taten.

Der "kleine Klaps" gehört zum Alltag

Vor einer Weile saß ich in einer Runde mit anderen Frauen beim Abendessen. Wie das bei so einer Frauenrunde nun mal ist, wird über alles Mögliche gequatscht - natürlich auch über (die eigenen) Kinder und deren Erziehung.
Ich war erschrocken, wie selbstverständlich immer wieder angedeutet oder sogar klar ausgesprochen wurde, dass diese Frauen Kinder geschlagen hatten. Die Taten wurden sogar in witzige Anekdoten verpackt. Wie abgestumpft sind wir - gerade wir Frauen und Mütter?!
Ich war entsetzt. Und was habe ich gesagt? Nichts. Nicht ein Wort. Ganz im Gegenteil, ich habe über die Anekdoten gelacht. Was mir im Kopf herum ging, was ich für mich reflektierte, habe ich nicht ausgesprochen.

Ich habe, weil es hat!

Ich hatte einst mitbekommen, wie ein Kind sein Geschwisterchen, das zwei Köpfe kleiner war, so grob schubste, dass es bäuchlings über den Boden rutschte. Ein Elternteil, dass dies sah, schubste daraufhin das Kind mit dem selben Ergebnis. Ich schreibe dies als Beobachtung, wertfrei, denn ich war einst in einer ähnlichen Situation und handelte ebenso.
Und doch ist dies in meinen Augen und aus heutiger Sicht etwas völlig anderes, als wenn ich ein Kleinkind zwicke oder an den Haaren zupfe, um ihm zu zeigen, dass kneifen, beißen und an den Haaren zu ziehen unangenehm bis schmerzhaft ist. Irgendwo hört meiner Meinung nach die Verhältnismäßigkeit auf.
Ich bin eine erwachsene Frau und kein Kind. Wenn ein Kind sein jüngeres Geschwisterchen derart behandelt, habe ich noch lange kein Recht, das kleine Kind ebenfalls so zu behandeln. Ich habe andere Lösungen zu finden - und dazu gehört auch die Lösung, dem Kind auf eine andere Weise zu vermitteln, was es in seinem Geschwisterchen ausgelöst hat. Vor allem gehört dazu, dem Kind einen anderen Weg vorzuleben.

Ein Krieg hat noch keinen Frieden gebracht und ein Klaps kein freundliches Wort

Ich sah einst, wie ein Kind in seiner Wut einem Elternteil eine Beleidigung an den Kopf warf. Das andere Elternteil hatte dies gehört. Es stellte das Kind zur Rede. Dieses floh in eine Lüge. Und schon saß der Klaps. Ich war dabei und schwieg.
Ob der Klaps nun wegen der Lüge oder wegen des Schimpfwortes folgte, ist vollkommen irrelevant. Es fällt mir schwer, in dem schlagenden Elternteil, das Sekunden zuvor lediglich ein Beobachter gewesen war, die Ohnmacht zu sehen, die ich oft in mir selbst spürte. Meines erachtens war dieser Klaps eine Strafe. Und ich habe geschwiegen.

Wenn ich nicht tue, was ich sage... - und wenn doch?

Die Androhung von Gewalt (selbst wenn nicht die Absicht besteht, sie auszuführen) erachte ich als ebenso dramatisch. Wie oft höre ich den Satz: "Wenn du nicht..., dann gibt es was auf den Po." (Oder ähnlich.) Selbst von Kindern habe ich ihn schon gehört! Und wie oft sage ich etwas dazu?
Eine solche Drohung ist gleich doppelt unsinnig. Setze ich sie, nachdem alle Worte nicht zu dem von mir gewünschten Ergebnis führten, in die Tat um, schlage ich, entwickel mich damit selbst auf den Stand eines Kindes zurück. Von dem, was dies in dem Kind auslöst und mit der Bindung des Kindes zum Erwachsenen anstellt, gar nicht erst zu reden.
Ist diese Ankündigung nur ein leeres Versprechen, lernt das Kind, dass ich nicht umsetze, was ich sage. Wenn ich schon meinem eigenen Wort nicht folge, warum sollte es dann ein Kind tun?

Einst war ich dabei, als ein Elternteil, dass von einem Kind während des Einkaufens genervt war, sagte: "Wenn du jetzt nicht ruhig bist, stecke ich dich in diese Gefriertruhe und gehe nach Hause."
Ich war entsetzt - und ich schwieg. Obwohl diese Erinnerung bereits einige Jahre alt ist, bin ich von ihr noch geschockt. Was löst eine solche Aussage in einem kleinen Kind aus?

Wie viel Kraft und welche Energie steckt wirklich in mir?

Warum kostet es einen Erwachsenen so viel Kraft, nicht die Hand zu erheben? Warum braucht es so unendlich viel mehr Kraft, Mut aufzubringen und aufzustehen, wenn ein Kind geschlagen wird?
Was mich persönlich betrifft, werde ich die Antwort nicht hier ausbreiten. Es reicht, wenn ich die Gründe kenne, denn damit kann ich bei mir selbst etwas bewirken.
Als viel wichtiger sehe ich, dass ein jeder diese Fragen selbst beantwortet, für sich. Wenn der Grund gefunden ist, kommt zunehmend auch die Energie, in der einen Situation die Hand zu senken und in der anderen aufzustehen.

Warum ist mir das wichtig?

Wie kann ich mir wünschen, dass ich niemals am eigenen Leib einen Krieg erleben werde, wenn ich Gewalt in Kindern säe oder zuschaue, wie andere dies tun?
Ich möchte sehen, das Menschen Konflikte lösen, ohne jemanden körperlich zu verletzen. Da ich der festen Überzeugung bin, dass ich nur erlebe, was ich auch vorlebe, liegt es mir, genau dies in die Tat umzusetzen. Ich habe noch nicht den Mut jedes Mal aufzustehen. Aber ich habe den Mut, meine Gedanken nieder zu schreiben und zu teilen.

Namasté

Freitag, 18. Juli 2014

Gott darüber, wer ich bin

Ihr seid das Gute und Erbarmen und Mitgefühl und Verständnis. Ihr seid Friede und Freude und Licht. Ihr seid Vergebung und Geduld, Stärke und Mut, Helfer in Zeiten der Not, Tröster in Zeiten des Leids, Heiler in Zeiten der Verletzung, Lehrer in Zeiten der Verwirrung. Ihr seid die tiefste Weisheit; der höchste Friede und die großartigste Liebe. Diese Dinge seid ihr.

Gespräche mit Gott Band 1 - Ein ungewöhnlicher Dialog | S. 138f.

Donnerstag, 24. Januar 2013

Energie-Erlebnisse

Das Thema Energie ist etwas, bei dem ich das Gefühl habe, es nur schwer anderen vermitteln zu können. Was genau ist Energie? Welche Art der Energie ist gemeint? Gibt es diese Form der Energie überhaupt? Oder handelt es sich bei all dem um Hirngespinste?
Ich denke, diese Fragen hat jeder für sich selbst zu beantworten, denn für jeden ist Energie anders.
Ich glaube an Energie, so wie ich zugleich an Mutter Erde, an Vater Himmel und an Gott glaube. All dies ist eins für mich, unterschiedliche Begriffe für das selbe Etwas. Mir fehlen die Worte, es genauer zu beschreiben. Darum lasse ich lieber Gott selbst sprechen, zitiere so gern aus meinem neuen heiligen Buch "Gespräche mit Gott".
Doch ich möchte ich gerne meine Erlebnisse mit Energien weitergeben, die ich im letzten Jahr hatte.

Erneuerung und Kraft

Mein erstes Energie-Erlebnis hatte ich im Februar letzten Jahres, während mein Schwager Axel mich massierte. Diese Art von Massage, die Axel aus verschiedenen Elementen selbst zusammen fügte und SHIma nennt, ist für mich immer wieder etwas Besonderes - noch mehr seit diesem Erlebnis. Axel bearbeitete nicht nur meinen Muskeln. Er achtete auf ein Umgebung, die zum Entspannen einlud. Er löste nicht nur körperliche Blockaden, sondern auch psychische.
Irgendwann während ich versuchte, mich zu entspannen, und Axel mich immer wieder erinnerte, so zu atmen, dass es für den Prozess des Loslassens und der Heilung hilfreich war, löste ich mich tatsächlich. Ich lag noch immer auf diesem Massagetisch, spürte Axels  Berührungen und atmete. Doch zugleich befand ich mich ein Stück außerhalb und oberhalb meines Körpers und ich sah, wie helle, lichte Energie mit jedem Atemzug in mich eindrang und sich in meinem Körper verteilte. Jedes Mal, wenn ich ausatmete, strömte dunkelgraue, verbrauchte Energie aus meinen Gliedern und aus meinem Mund in den Raum. Es war ein unglaublich belebendes Gefühl. Als mir bewusst wurde, dass die Energie ja überall um uns ist, und nicht nur in der Luft, die ich atmete, fand sie ihren Weg direkt in meinen Körper. Der Fokus waren Axels  Hände, die einen Punkt massierten oder hielten, denn auf diesen Punkt achtete ich ganz automatisch. Dunkelgraue Energie verließ diese Punkte und helle, lichte strömte von überall her, erfüllte meinen Körper und gab mir Kraft.
Dieses Erlebnis hatte ich, bevor ich begann, die Bücher zu lesen, mit denen ich mich in den folgenden Monaten und bis heute beschäftigte.

Farbige Energien

Ein weiteres Energie-Erlebnis hatte ich wenige Wochen später. Ich meditierte zusammen mit Axel und Beate in unserem Wohnzimmer. Ich hatte die Augen halb geöffnet uns schaute auf die Kerzenflamme in der Mitte, die ich mal mehr und mal weniger deutlich wahrnahm. Irgendwann während dieser Meditation sah ich nicht nur die Kerze, sondern auch Farben, die sich wie Spiralen zwischen uns Dreien bewegten und uns zum Teil umhüllten. Ich erinnere mich an die Farben Blau und Rot, bin aber sicher, dass ich mehr Farben in diesen Spiralen sah. Als ich begann, mich auf diese Farben und Strukturen zu konzentrieren, verschwanden. Sie waren nicht weg, sie wurden viel mehr transparent und für meine Augen unsichtbar. Die Energien waren ganz sicher noch da, doch ich war nicht mehr in der Lage, sie zu sehen.

Kraft für die Bäume

Im Juni pflanzten André und ich ein paar Bäume auf einem Stück Wiese unseres Grundstücks. Der Sommer ist die denkbar ungünstigste Zeit um Bäume zu pflanzen, denn die Kraft des Baumes geht in die grünen Blätter, Blüten oder Früchte, anstatt in die Halt gebenden Wurzeln. Doch diese Bäume wuchsen auf einem gepflasterten Plateau, das André reinigte, damit es z.B. als Grillplatz diente. Zum Teil waren sie an der Rinde oder im Wurzelbereich von Tieren und dem ungünstigen Standort zwischen den Steinen beschädigt. Dennoch wollten wir den Bäumen  an ihrem neuen Platz eine zweite Chance geben.
Einige Wochen später, ich hatte bereit begonnen, das Buch "Die Prophezeiungen von Celestine" zu lesen, stand ich bei diesen Bäumen und freute mich, dass bei einem neuen Blätter sprießten. Die anderen schienen aber einzugehen.
Ich wollte diesen Bäumen helfen, ihnen einen kleinen Schubs geben, etwas Kraft und Energie. Ich berührte den ersten, glitt mit den Fingern über die Rinde des schmalen Stammes. Ich dachte an die Energie in mir und die der Mutter Erde, die es rund herum in Fülle gab. Mit meinen Gedanken war ich ganz bei diesem Bäumchen, der ein stattlicher Baum werden konnte. Ich stellte mir vor, wie die Kraft der Erde durch die Wurzeln in den Baum hinauf stieg. Zugleich spürte ich, wie die Energie in mir aufstieg, wie meine Beine hinauf floss, durch meinen Körper und meine Arme zu meinen Fingerspitzen, mit denen ich über die Rinde streichelte. Ich schritt jeden der acht gepflanzten Bäume ab, streichelte bei jedem über die Rinde und spürte die Energie, die von der Erde durch mich und in den Baum floss.
Anschließend fühlte ich mich belebt, absolut zufrieden und ausgeglichen.
An einem milden Tag im Januar spazierten wir zwischen diesen Bäumen hindurch. Sieben von ihnen tragen Knospen.

Bedingungslose Liebe

Am späten Abend des 26. Dezembers begann ich das Buch "Gespräche mit Gott" zu lesen. Ich sah bereits den Film und kannte zuvor das Kinderbuch "Ich bin das Licht - Die kleine Seele spricht mit Gott".
Neben dem Vorwort las ich nur die ersten paar Seiten, legte das Buch dann zur Seite und wollte schlafen. Doch das konnte ich nicht.
Zum ersten Mal, soweit ich mich erinnere, konnte ich nicht schlafen, weil ich weinte - und zwar nicht etwa, weil ich wütend, traurig oder einsam war (Das war schon öfter vorgekommen.). Ich weinte, weil ich absolut zufrieden war. In mir spürte ich Wärme, Geborgenheit und Liebe. Ich spürte Gott. Ich fühlte mich, wie die kleine Seele in dem Kinderbuch. Ich wollte aufspringen und rufen: "Ich weiß, was ich bin! Ich weiß, was ich bin! Ich bin die Liebe!" Ja, ich bin die bedingungslose Liebe. Ich war erfüllt von ihr und barg so viel davon in mir, dass ich sie unmöglich für mich behalten konnte. Diese Liebe musste einfach raus.
Es war etwa 3:00 Uhr nachts und da mein Körper einfach zu müde war, aufzustehen, stellte ich mir vor, wie ich das Haus verließ. Ich ging in den Wald und den Berg vor unserem Haus hinauf bis zu den Feldern.
Dort stand ich und sandte Strahlen von Liebe aus. Es waren Strahlen aus hellem Licht, wie die Strahlen der Sonne. Ich sandte sie an Kinder, die ich kannte, und von denen ich annahm, dass sie Liebe gebrauchen konnten. Ich sandte sie einfach so mit unbestimmten Ziel in die Nacht.
Obwohl ich mich dort draußen wusste, lag ich zugleich immer noch im Bett und weinte vor vollkommener Liebe.
Ich dachte an meine kleine Nichte Julia, die am folgenden Tag ihren 6. Geburtstag feiern würde. Zum ersten Mal in ihrem Leben konnte ich an ihrem Geburtstag nicht bei ihr sein. Ich stellte mir vor, wie ich mit einem dieser Lichtstrahlen reiste - direkt in das Zimmer meiner Nichte. Ich hatte ihr Zimmer noch nie gesehen, denn Julia war kurz zuvor mit ihrer Familie umgezogen. Doch ich wusste, dass sie in ihrem Hochbett mit der Rutsche lag und schlief. Ich stand vor ihrem Bett und betrachtete sie - und Julia erwachte. Wir lächelten uns an und umarmten uns. Ich sagte zu ihr: "Ich liebe dich so sehr und ich werde immer bei dir sein."
Anschließend betrat ich das Zimmer ihrer Eltern. Mein Bruder und seine Frau schliefen und erwachten nicht. In den letzten Wochen war ich sauer auf meine Schwägerin gewesen. Ich hatte mehrmals versucht, sie auf den Grund anzusprechen, doch sie hatte auf keinen meiner Kontaktversuche reagiert. Dann hatte ich versucht zu erklären, dass auch ich Fehler gemacht hatte, und wieder hatte sie alle Kontaktversuche ignoriert.
In diesem Moment, als ich an ihrem Bett stand, wurde mir bewusst, dass ich von ihr nur eines hatte hören wollen - nämlich, das alles in Ordnung war. Das ich in Ordnung bin.
Und im selben Moment wusste ich, dass dieser Satz vollkommen egal war. Natürlich war ich in Ordnung. Ich war (bin) die bedingungslose Liebe! Wie könnte ich da nicht in Ordnung sein?
Ich brauchte diese Bestätigung nicht mehr. Ich erkannte, dass ich die ganze Zeit, während ich sauer war, mir selbst etwas genommen hatte.
Doch jetzt hatte ich es. Ich stand vor ihr und sagte ihr: "Ich liebe dich ohne Bedingungen."
Meine Schwägerin wachte nicht auf. Doch ihr Krafttier erschien und es tanzte im Licht meiner Liebe, die den ganzen Raum erfüllte. Es war wunderschön anzusehen. Ich schaute ihm eine Weile zu und verließ das Zimmer dann wieder.

Von diesem Erlebnis zehre ich bis heute und werde es noch lange im Herzen behalten. In den darauf folgenden Tagen schwebte ich regelrecht. Nichts konnte mich wirklich wütend oder traurig machen. In mir war einfach Ruhe, Zufriedenheit, Kraft und Liebe.
Im Neuen Jahr kaufte ich das Buch "Gespräche mit Gott" ein zweites Mal. Ich schrieb meiner Schwägerin einen Brief, in dem ich ihr von dem Erlebten erzählte. Ich schickte ihr den Brief zusammen mit dem Buch.
Wenige Tage später erhielt ich von ihr folgende Nachricht:
"In der Nacht vom 26. auf den 27. besuchte mich in meinen Träumen jemand. Ich wusste, ich kenne diese Frau, aber sie strahlte soviel Licht aus, das es mir unmöglich war, sie zu erkennen. Julia sagte mir nach dem aufstehen, Du wärst da und sie wollte wissen, wo Du schläfst um Dich wecken zu können. Ich antwortete ihr, dass sie das eindeutig geträumt hat und was immer sie geträumt haben mag, sie soll stets daran denken und es im Herzen behalten."
Sie schrieb noch viel mehr, doch dies waren die bewegenden Worte, die einem Wunder gleichen. Ich habe Gewissheit, dass ich nicht nur geträumt habe. Meine Liebe kam an - bei meiner Schwägerin, bei meiner Nichte - und vielleicht bei all den anderen Menschen, denen ich Liebe sandte.

Und nun denke ich weiter. Ich bin nicht mehr oder weniger besonders, als jeder andere Mensch auf der Welt. Ich stelle mir vor, jeder Mensch könnte so etwas erfahren, wenn er in sich ruht, wenn er den passenden Moment erlebt, an dem er erkennt, was er wirklich ist. Und ich stelle mir vor, was passieren könnte, wenn all diese Menschen zur selben Zeit irgendwo stehen und ihre Liebe hinausschicken.

Namasté!

Sonntag, 4. März 2012

Ein Wochenbericht

Viel zu schnell verging auch diese Woche. Beschwerte ich mich in der Stadt, dass keine Zeit da ist (Für was auch immer?)? Auf dem Land ist es nicht anders. Doch ich lerne, dass genau das, wozu ich mir Zeit nehme, auch wichtig ist. In jedem Fall verbringe ich die Stunden hier in Glesse mit den Dingen, die mir Freude machen, und die Sachen, die ich nicht so gerne mag (wie Formulare für angeblich bei Erwerbslosigkeit unterstützende Ämter ausfüllen) werden aufgeschoben.

Beate & Axel prüfen gestapeltes Holz
Anfang der Woche prägte die Arbeit "im Holz" erneut unseren Tagesablauf. Nun ist das Holz auf dem Hof zum größten Teil geschlagen und gestapelt. Damit geht es erst weiter, wenn die Männer die Bäume, die sie bis Ende Februar schlugen, heranbringen.

Ich setzte mich mit Katharina Weber in Verbindung, die Ansprechpartnerin für den Permakulturhof am Lebensgarten Steyerberg e.V. ist. Wir hoffen, dass sie die Zeit findet, uns noch im März zu besuchen und mit ihrem Wissen zu unterstützen. Das wäre dann der dritte Besuch in diesem Monat. Nächstes Wochenende haben wir Helga, eine Bekannte von Axel, zu Gast, die einst bei der Entstehung eines Schulbauernhofes mitwirkte. Vielleicht hat sie diese Gelegenheit noch einmal?
Am Wochenende darauf möchte uns Alexander besuchen, der schon ganz neugierig auf unser Wirken hier ist.

Neu verlegter Boden
Auch in unserer Wohnung machten wir Fortschritte. Weitere Kartons sind geleert und zwischendurch war die Kammer sogar ganz leer. Immerhin konnten wir so den PVC-Boden verlegen. (Wer erkennt ihn wieder?) Zwar ist der Raum nun wieder gefüllt, aber wir können uns besser darin bewegen und die Kartons und Kisten stehen nun so, dass wir sie leichter erreichen können.
Zu dieser Aktion gehörte ebenfalls, dass wir das Styropor von den Fenstern entfernten. Bei den tiefen Temperaturen im Januar hatten wir es in einigen Räumen zur Dämmung angebracht, da wir fast überall nur Einzelverglasung haben. Somit ist der Balkon endlich als solcher nutzbar.

Emil beim Bad in einer Quelle
Bei dem herrlichen Wetter am Samstag konnte ich unmöglich lange am Computer sitzen bleiben. Ich erledigte nur die wichtigsten Dinge (bereits erwähnte Formulare gehörten nicht dazu) und freute mich dabei am Sonnenschein. Das Fenster unseres Büros liegt nach Osten und der Anblick des Waldrandes im warmen Licht wirkt motivierend. Kaum das die Sonne weiter wanderte zog es mich nach draußen. Bei einem Spaziergang entlang des Bachlaufs, der unser Grundstück säumt, entdeckte ich wunderschöne Quellen unter Steinen und Wurzeln. Für jemanden wie mich laden diese Ecken geradezu ein, die Verstecke der Feen, Wichtel und Waldgnome zu erkunden. Leider wirkt das Ganze auf den Fotos nicht so toll wie in natura.
Beate & Lutz beim Mulchen
Nach dem Spaziergang streute ich eine Mischung aus selbst produzierten Sägespänen und Asche aus unserem Ofen auf das Gartenstück vor dem Haus. Die Sonne wärmte dabei so schön, dass selbst ich Frostbeule im T-Shirt herumlief. Der Mulch aus Spänen und Asche dient im Übrigen der Bodendüngung. Die ganze Prozedur werden wir demnächst noch einmal wiederholen. Sobald wir wieder genug Späne und Asche haben.

Spannungen gab es diese Woche. Wir Menschen sind immerhin in der Lage, unsere Reibereien vernünftig in wichtigen Gesprächen zu klären. Bei den Tieren klappt das leider nicht so gut.
Unsere Trixi hat ein paar ordentliche Kratzer auf der Nase, die vermutlich von Andrés Katze Cleo stammen. Doch hält das Trixi davon ab, die beiden "Neulinge" einfach in Ruhe zu lassen? Nicht doch! Wo immer sie eine von beiden sieht, muss sie auch drauf. Mit Rascal und Isis verstehen sich Cleo und Luzi dagegen schon richtig gut und Xanadu beachten sie überhaupt nicht. Der ist einfach da.
Wenn es zwischen Xanadu und Emil mal genauso friedlich ginge. Nein, da ist der Hund wie Trixi. Heute glaubte ich gar, dass er blind und senil ist. (Alt genug dafür ist er immerhin!) Da sprang unser kleiner "Kampfhamster" mit gefletschten Zähnen an dem gut doppelt so großem Schäferhund hoch; ganz nach dem Motto: Viel Feind - viel Ehr! Emil sieht diese "Angriffe" dankenswerter Weise die meiste Zeit als Spiel und springt mit wedelndem Schweif um den Kleineren herum. Ich freue mich wirklich darauf, dass Mark uns mir Lykos besuchen kommt und die beiden Schäferhunde über das Feld und durch den Wald toben. Dann hat auch Xana mal seine Ruhe.

Axel, Lutz & Beate auf dem Wildwechsel
Heute beschlossen wir auch, dass der gemeinsame Sonntagsspaziergang durch den Wald gerne Tradition werden darf. Dieses Mal führte Axel uns alle an. Schon nach wenigen hundert Metern im Wald tasteten wir uns einen schmalen Wildpfad entlang und genau den bewaldeten Berg hinauf, den ich Samstag Morgen vom Bürofenster aus bewunderte. Für Veronika mit Höhenangst und ihrem Gewicht, war es sehr anstrengend, doch durch Teamarbeit schafften wir es gemeinsam, inklusive dem kleinen Lutz und zweier streitender Hunde, den Hang hinauf. Es folgte ein Marsch quer durch das Unterholz des Mischwaldes, der sich irgendwann zu einem Fichtenwald wandelte. Wir entdeckten den Bau eines Tieres (Fuchs oder Dachs?), jede Menge Bäume (Im Wald! Haha!), bei deren Anblick Axel gleich von unseren Bauvorhaben sprach, und eine Moosbewachsene Landschaft im Unterholz, in der durchaus Waldgnome hausen mochten. Ich fühlte mich wie Ronja Räubertochter kurz vor ihrem Frühlingsschrei. Zum Ende des Spaziergangs liefen für eine Weile sogar Xana und Emil einträglich nebeneinander. Wieder einmal wollte ich kaum glauben, dass dieser kleine Hund von mehr als 15 Jahren Lebensalter nach einem solchen Marsch noch so fit sein kann. Eine der vielen Quellen rund um unseren Bach muss ein versteckter Jungbrunnen sein.

Den Sonntag ließ ich nun mit einem entspannenden Bad bei Kerzenschein und einem guten Buch ausklingen.
Morgen fängt die Woche besonders früh an. Ich begleite Axel, Beate und Lutz nach Gütersloh. Da leitet Axel schon um 08:00 Uhr ein Seminar für Erzieherinnen, an dem ich teilnehmen möchte. Das heißt, wir müssen hier schon um 06:00 Uhr los. Das ist mitten in der Nacht! (Etwaige Japanisch sprechende und Evonik supportende ehemalige Arbeitskollegen dürfen ihre Kommentare gern für sich behalten. :o) )
Am Nachmittag hat Axel noch eine Runde Kinder-Yoga auf dem Terminkalender, worauf ich mich ebenfalls schon freue.
Der Rest der Woche wird geprägt sein von einem Termin bei zuvor erwähntem Amt und jede Menge Geburtstagen von André, Nik und meiner Nichte (von der ich immer noch nicht weiß, was sie sich wünscht -.- ).

Ich wünsche allen ebenfalls einen erfolgreichen Start in die Woche.

Dienstag, 28. Februar 2012

Die ersten Tage

Nach einer Verspätung während der ohnehin langen Bahnreise, kam ich endlich in Lügde, dem letzten Dorf von NRW, an. Bis hier hin gilt das "NRW Schöner Tag"-Ticket der Bahn. Bis zu unserem Haus sind es noch etwa 30 Minuten Fahrt mit dem Auto. André und Veronika erwarteten mich bereits am Bahnhof. Bereits während der Fahrt genoss ich das Gefühl, endlich zu Hause zu sein.
Das kling verrückt, besonders, weil ich ja noch gar nicht wirklich hier wohnte. Bisher war ich ja nur so etwas wie ein Wochenendgast und Umzugshelfer. Umso schöner war die Ankunft. Herzliche Umarmungen der menschlichen und kuschelbedürftiges Anschmiegen der tierischen Bewohner folgten.

André beim Holz sägen
Es herrscht noch ziemlich viel Chaos in unserer Wohnung. Wichtiger als die Kartons aus und die Schränke einzuräumen ist nun, Brennholz für den Winter in zwei Jahren zu schlagen. Feuerholz muss nämlich zwei Jahre trocknen, ehe es für denn Kamin oder den Ofen taugt. Und da mit dem März auch die Brut- und die Vogelschutzsaison beginnt, dürfen nur noch bis Ende Februar Bäume gefällt werden. Aus Sicherheitsgründen darf man dazu nur zu zweit in den Wald. An drei Tagen in der Woche pendelt Axel nach Gütersloh, so dass die Zeit nun knapp wird. Gerade sind André und Axel wieder im Wald, fällen unser letztes Feuerholz für die Saison. In den nächsten Wochen transportieren wir es dann auf den Hof, wo die Stämme zersägt und gespalten werden. Allerdings haben wir erst eine weitere Herausforderung zu bewältigen, ehe wir den Stämmen zu Leibe rücken. Am Wochenende waren wir mit dieser Arbeit so fleißig, dass wir keinen Platz mehr haben, die Scheite zu stapeln. Für diesen Platz müssen wir erst wieder sorgen. Pläne dazu gibt es bereits.

Auch neben der Holzarbeit hatten die Tage einiges zu bieten. Besuche bei der Agentur für Arbeit werden zunehmend abenteuerlich, allerdings nicht eben hilfreich oder gar motivierend. Erwartete ich etwas anderes?

Lutz mit Emil
Den Sonntag verbrachten wir mit einem Besuch beim Kindertrödel und einem ausgedehnten Waldspaziergang. Xanadu und Emil verstehen sich zunehmend besser. Während des Spaziergangs erwies sich  unser Hofhund auch als ausgezeichneter Hütehund. Unter altersschwacher Xana verlor zwischendurch den Anschluss und auch der kleine Lutz blieb ab und zu ein paar Meter zurück. Doch Emil behielt alles im Auge, trieb Xana wie ein kleines Lamm vor sich her und wartete auf unseren Jüngsten. Überhaupt ist es faszinierend zuzuschauen, wie erfolgreich Lutz mit dem Hund, der immerhin größer ist als er selbst, umgeht. "Emil, bleib! Emil, sitz! Emil, weg!" Und Emil gehorcht. Nicht immer, aber immer öfter - und manchmal eher als bei den Erwachsenen.

Seit heute haben wir auch Telefon und Internet, so dass ich endlich von allem berichten kann. Der Entschluss steht, euch weiterhin auf dem Laufenden zu halten, denn wir haben eine Menge vor.
Eine Antrag für eine Förderung zur Pflanzung von knapp 150 Obstbäumen läuft bereits. Mitte März soll darüber entschieden werden. Wenn wir die Förderung bekommen (Was keine Frage ist!) stehen wir vor der Herausforderung, die ganzen Bäume so schnell wie möglich zu pflanzen. Helfer sind gerne willkommen! Vielleicht mag jemand ein Wochenende zum Zelten zu uns kommen?
Auch eine Hühnerzucht ist in Planung. Wir wollen einen Permakulturhof in der Umgebung besuchen und... und... und... jeden Tag ist etwas los. Und darum nutz ich nun auch weiter die neue Telefonleitung und sammel Informationen.

Dienstag, 31. Januar 2012

Zwischen den Städten

Ich bin nirgendwo ganz, nicht angekommen und nicht abgreist. Ständig unterwegs finde ich auch innerlich keine Ruhe. So viel geht mir im Kopf rum. So viel will erledigt werden.
Ein Versuch, die Gedanken zu ordnen:

In Krefeld
  • den letzten Kleinkram zusammenpacken
  • den letzten Sperrmüll zu André bringen
  • Grundreinigung der Wohnung
  • potentielle Nachmieter anrufen
  • Termin zur Wohnungübergabe vereinbaren
  • neue Fahrkarte kaufen
  • Tabletten für Xanadu kaufen
  • Bewerbungen schreiben
  • Egbert wegen dem Internet erreichen

In Glesse
  • prüfen, on Telefon und Internet funktionieren
  • Kleiderschrank einräumen
  • Kartons ausräumen
  • Überweisungen tätigen
  • ummelden
  • Arbeit suchend melden
  • Geburtstag feiern
  • zur Ruhe kommen

Benötigt wird noch:
  • 1 Spiegelschrank fürs Badezimmer
  • 2 funktionstüchtige Kanonenöfen (gerne gebraucht)

Samstag, 17. Dezember 2011

Wenn aus Träumen Realität wird - Zeit der Vorbereitung

Die letzte Woche war geprägt von ersten Vorbereitungen und langen Stunden mit zu wenig Motivation.
Ich reichte die Kündigung bei meiner Arbeitsstelle ein. Zuvor dachte ich: "Das ist ein wichtiger Schritt, danach gibt es kein Zurück mehr." Doch es waren nur fünf Minuten mäßige Aufregung. Die meisten Kollegen und mein Chef wussten bereits bescheid. Ein Kollege fragte: "Und? Fühlst du dich jetzt frei?" Wenn das nicht alles über dieses Unternehmen aussagt, bei dem Gott sei Dank nur noch bis Ende Februar beschäftigt bin. Ja, ich bin froh dort raus sein. Ein bisschen Erleichterung spüre ich durchaus. Doch viel größer ist die Demotivation, wenn ich daran denke, dass Vivi und André am Montag unsere ersten Sachen ins Haus bringen.
Das Einzige, das mich zur Zeit zur Arbeit gehen lässt, ist ein Gedanke: "Silvester bist du da, im neuen Heim."

Samstag, 6. August 2011

Leere Versprechungen

Eine wichtige Ware wurde meines subjektiven Empfindens nach bereits viel zu spät an den Transporteur gegeben. Immerhin konnte das Unternehmen mir einen Grund dafür nennen, auch wenn ich persönlich das anders sehe.
Das der (nach Aussage meiner Frau) nicht eben nette Auslieferer mich beim ersten Versuch der Zustellung nicht antrifft, kann ich nachvollziehen. Die meisten Menschen arbeiten vor 12:00 Uhr. Und das er die wertvolle Ware nicht an meine Frau übergeben kann, weil er meine Identität klären muss, finde ich irgendwo sogar beruhigend.
Das der(selbe?) unfreundliche (Aussage meiner Frau) DHL-Mensch bei der nächsten, per Internet terminlich vereinbarten Auslieferung, zu früh kommt, finde ich eine Unverschämtheit. Wozu haben denn Kunden die Möglichkeit Termine zu vereinbaren, wenn sie nicht eingehalten werden? Und wer denkt, zu früh kommen sei besser als zu spät kommen, denk nicht so weit, dass einige Menschen zu Bürozeiten arbeiten. Lieber wäre es mir gewesen, der DHL-Mensch wäre zu spät erschien. Dann hätte ich nun wenigstens meine Ware! Das wiederum gilt auch nur für gestern!
Doch darüber habe ich mich bei entsprechendem telefonischen Service informiert.

Ich vereinbarte einen neuen Termin und nach meiner Beschwerde und den Hinweis, dass ich auch nicht den ganzen Samstag Zeit habe, auf einen unhöflichen Zusteller zu warten, bekam ich gestern Abend sogar noch einen Anruf. Mir wurde versprochen, meine Ware sei bis spätestens 09:00 Uhr morgens da.
Wir haben jetzt 10:30 Uhr. Ich war eben am Briefkasten und es liegt kein Kärtchen von DHL drin. Ich habe also nicht schlafender Weise die Klingel überhört. Dieses Mal wäre es mir auch Recht gewesen, hätte der... *tief durchatme* Mensch... mich um 06:00 Uhr aus dem Bett geklingelt. In spätestens einer halbe Stunde wollte ich bei meinem Bruder vor der Tür stehen. Ratet mal, wer noch nicht da war.
*stinksauer ist*

Freitag, 6. Mai 2011

BGE - Wie kann es eingeführt werden?

Gestern entdeckte ich den nachfolgenden Film bei Facebook. Er setzt sich kritisch mit der Idee eines bedingungslosen Grundeinkommen auseinander, lässt Skeptiker und Zweifler ebenso zu Wort kommen, wie Befürworter. Außerdem wird im Film das Steuersystem rund und um Einkommenssteuer und Mehrwertsteuer an den Beispielen von Deutschland und der Schweiz erklärt.
Jeder, der mit der aktuellen Finanzsituation unzufrieden ist, ganz besonders mit der eigenen, ist eingeladen diesen Film zu schauen, darüber nachzudenken, mit anderen darüber zu diskutieren.




Grundeinkommen - Ein Film-Essay von Zeitzeistmotor

Neben vielen anderen Dingen werden im Film auch Möglichkeiten einer Einführung des Grundeinkommens gezeigt. Eine Variante lautet, es solle mit allen Kindern angefangen werden, die ab dem Jahr 2000 geboren wurden. Es ist nur ein Beispiel, ein Vorschlag, doch diesen möchte ich aufgreifen.

Unsere Kinder haben bereits ein Grundeinkommen. Es ist lediglich an drei Bedingungen geknüpft:
  1. Das Kind muss sich dauerhaft, legal in Deutschland aufhalten oder die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen.
  2. Das Kind muss "Kind" sein, also zwischen 0 und 18 Jahren jung sein.
  3. Die Eltern müssen dem Staat gesagt haben, dass sie ein Kind haben, das Geld beantragt haben.
Die 1. und die 3. Bedingung sind Grundbedingungen, die auch auf ein staatlich-lokales Grundeinkommen zutreffen werden, das ansonsten bedingungslos ist.

Die Kinder bekommen es also schon. Es heißt lediglich anders. Wenn wir in der Gesellschaft das Kindergeld künftig als Grundeinkommen betrachten, gehen wir den ersten Schritt, das Denken in unserem Umfeld zu verändern. Damit ist es natürlich nicht getan.
Das Kindergeld ist nach der Anzahl der Kinder in einer Familie gestaffelt. Würde dort mit dem Grundeinkommen angesetzt werden, sollten alle Kinder das selbe bekommen. Das Grundeinkommen für Kinder würde angeglichen - im besten Fall gemessen am höchsten Kindergeldsatz. Irgendwann sollen diese jungen Menschen schließlich ihre Grundbedürfnisse von diesem Geld decken können.

Nehmen wir an, ab 2012 bekäme jedes Kind, das seit 2000 geboren wurde, dieses Grundeinkommen für Kinder. Bis 2020 würde der Betrag des Grundeinkommen mit jedem Jahr steigen. Es wäre eine enorme Entlastung für die Eltern, insbesondere der kinderreichen Familien. Es wäre ein Schritt in die Richtung, dass Kinder-bekommen in Deutschland wieder attraktiv würde. Doch wie würde es finanziert?
Auch dazu hat der Film eine effiziente Lösung, die sich zusammen mit dem Grundeinkommen für Kinder Schritt für Schritt einführen ließe. Die Einkommenssteuern sollten gesenkt werden.
Das klingt erst einmal merkwürdig. Wie soll Geld in die Staatskasse kommen, wenn etwas gekürzt wird?
Wer noch nicht weiß, dass jede Einkommenssteuer in den Gütern versteckt ist, die wir alle täglich kaufen, der lernt es in dem Film. Würde die Einkommenssteuer gesenkt, müssten also alle Güter günstiger werden. Immerhin verursacht ihre Produktion weniger Kosten. Gleichzeitig hätten alle mehr Geld in den Taschen. Und wie wird das Grundeinkommen für Kinder finanziert?
Nehmen wir mal an, die Güter würden nicht billiger, der Preis bliebe stabil. Und das, was durch die niedrigere Einkommenssteuer an Geld übrig bleibt, ginge nicht als Gewinn an die Unternehmen, sondern würde Eins zu Eins auf die Mehrwertsteuer aufgeschlagen. Der Film erläutert wunderbar, dass die Mehrwertsteuer - richtig angewandt! - keineswegs eine "Märchensteuer" ist, wie sie im Volksmund gerne genannt wird. Sie ist eine Konsumsteuer und als solche werde ich sie nun benennen.
Die Arbeitenden hätten also mehr Geld, da sie weniger Steuern zahlten. Die Preise blieben stabil und trotzdem hätte der Staat mehr Geld, um das Grundeinkommen für Kinder zu finanzieren. Naturgemäß zahlt nämlich nur ein Teil der Bevölkerung Einkommenssteuer, während alle einkaufen und Konsumsteuer zahlen.

Sobald das Grundeinkommen für Kinder einen bestimmten Betrag erreicht hätte, fielen andere Subventionen weg. Sie wären nicht mehr notwendig. Das aktuelle Elterngeld zum Beispiel. Nehmen wir hypothetisch an, jedes Kind bekäme jeden Monat 500 Euro Grundeinkommen und die Einkommensteuer wäre gesenkt. Dann würde selbstverständlich auch das Elterngeld gesenkt. Es würde schlicht mit dem Grundeinkommen für Kinder verrechnet. Im Kopf behalten sollten dabei alle Eltern, dass ihnen das Elterngeld für maximal 14 Monate zusteht (unter bestimmten Bedingungen), während den Kindern das Grundeinkommen ein Leben lang zustünde.

Im Jahr 2020 befänden sich die ersten Kinder, die das Grundeinkommen bezögen, mitten im Abitur, in der Ausbildung, im Studium oder im Berufsstart. Heute werden die Zwanzigjährigen von ihren Eltern mitversorgt oder erhalten Bafög. Bekämen sie das Grundeinkommen, würden Eltern entlastet und das Bafög selbstverständlich mit dem Grundeinkommen verrechnet. Im besten Fall fiele es bereits ganz weg.
Bis 2020 würden sich auch die Preise der Konsumgüter angepasst haben. Das dies nicht nur mit der natürlichen Inflation zutun hätte, erklärt ebenfalls der Film.
Die Güter würden also nach und nach teurer, weil mehr Konsumsteuer gezahlt würde. Hieße dies, irgendwann könnten sich nur noch die Wohlhabenden Güter leisten?
Diese Frage beantwortet der Film zum Schluss. Wenn die aktuelle Einkommensteuer zunehmend bis gänzlich von der Konsumsteuer ersetzt würde, gäbe es keine Steuerfreibetrag mehr, wie wir ihn aktuell kennen. Den Menschen müsste etwas zurückgegeben werden, das dem Steuerfreibetrag ersetzt. Nennen wir dieses "Etwas" Grundeinkommen, schließt sich der Kreis.
Bei den Kindern hätten wir begonnen, doch irgendwann würde es bedingungslos für alle gelten.

Für mich ist dies ein schlüssiges Beispiel, dass von genug Wirtschaftsexperkten berechnet wurde. Nur eine Frage stellt sich mir noch: Wann fangen wir damit an?
Machen wir aus dem Kindergeld ein Grundeinkommen und aus der Einkommensteuer eine Konsumsteuer. Geben wir uns allen das Grundeinkommen.

Donnerstag, 28. April 2011

"Ich habe eine Frau." - "Na und?"

"Und was würde dein Mann dazu sagen?", fragte mein Arbeitskollege.
"Meine Frau", korrigierte ich.
"Ah, ja, dann eben die." Und das Gespräch ging weiter.

Ich lächelte, still für mich, in mir drin und war - bin - froh, in dieser Gesellschaft leben zu dürfen.
Keine abwertenden Kommentare. Kein extra-betonendes Schönreden. Einfach eine Kenntnisnahme und weiter geht es im Leben.
Homosexualität ist keine Kuriosität mehr. Es ist nichts Schlechtes, das das mein Umfeld verteufelt, und auch nichts Gutes, das sie bejubeln müssten. Es ist normal, Alltag, gehört eben dazu. Wunderschön - und keine Selbstverständlichkeit!

Seit ich mit meiner Frau zusammenlebe, erfuhren wir nur selten anstößige Kritik. Ich erinnere mich an keinen einzigen Fall echter Homophobie. Zumindest nicht persönlich uns gegenüber.

Diskriminiert werden wir lediglich von der deutschen Gesetzgebung. Das wir offiziell nicht 'verheiratet' sondern 'verpartnert' sind, darüber kann ich noch hinwegsehen. (Auch wenn das Rechtschreibprogramm dieses Wort nicht kennt. Ob es inzwischen wohl im Duden steht? Neben 'Verpartnerung'? Was für ein gruseliges Wort!)

"Und wer hat bei euch Steuerklasse 3?", fragte mein Kollege im Gespräch.
"Niemand", lautete meine Antwort. "Wir haben alle Pflichten, aber noch lange nicht alle Rechte."

Was mein 'Outing' nicht schaffte, gelang diesen wenigen Worten. Die Reaktion bestand aus entsetztem Schweigen, ungläubiges Kopfschütteln und Ausdrücken der Ungerechtigkeit.
Zwar gibt es Politiker, die für die Gleichberechtigung eintreten, doch noch ist die aktuelle Regierung dagegen.
Ebenso, wie homosexuelle Paare keine Kinder adoptieren dürfen.

Und trotz dieser Einschränkungen leben wir in Deutschland noch richtig gut. In anderen Ländern Europas sieht es da noch ganz anders aus. Während in Polen zum Beispiel für die Rechte der Homosexuellen mit friedlichen! Mitteln gekämpft wird, sind die Finnen auf dem besten Weg, all ihre Rechte zu verlieren.

Der größte Homophob von allen, ist selbstverständlich - leider! - die katholische Kirche. Und das, obwohl es auch anders geht, wie Portugal letztes Jahr bewies.

Portugal ist noch voller Euphorie, sicher auch jetzt noch. Ich war noch nicht dort - obwohl es nun auf meiner Liste möglicher Urlaubsziele steht - aber ich kann mir vorstellen, dass es dort in etwa so zugeht, wie meine Frau und ich es seit acht Jahren erleben.
Hand in Hand schlenderten wir durch Moers. Ein Radfahrer fuhr an uns vorbei, drehte um und umrundete uns einmal. "Seid ihr zusammen?", fragte er. Auf unsere bejahende Antwort erklärte er: "Find ich gut", und radelte weiter.
Unsere ehemalige Vermieterin, eine Dame von über 80 Jahren, war sehr entzückt, uns als Mieter zu haben, und verriet uns, dass sie selbst seit Jahren eine Freundin habe.
Unsere Schwiegereltern nannten die jeweilige Schwiegertochter schon vor der Hochzeit ganz selbstverständlich "Tochter" und erklärten dies ebenso selbstverständlich bei Nachbarn, beim Bäcker und beim Fleischer.

Unsere Nichten und Neffen, sowie die Kinder unserer Freunde, wachsen mit uns auf. Wir, und das Bild homosexueller Paare auf der Straße, sind für sie Alltag - und das ist gut so.

Montag, 21. März 2011

BGE - Und ich?

Hätten wir das Bedingungslose Grundeinkommen, würde ich noch arbeiten? In welcher Form?

Diese Frage wird sich irgendwann jeder stellen, der sich intensiver mit dem Thema befasst.
Nehmen wir an, ich bekäme ab dem kommenden 1. jeden Monat 800,- Euro. Die Verfechter der verschiedenen Ideen in Verbindung mit einem Grundeinkommen rechnen zur Zeit mit 400,- bis zu 1.500,- Euro pro Person. Die Zahl ist also durchaus realistisch.
Meine Frau bekäme selbstverständlich ebenfalls 800,- Euro jeden Monat - so wie jeder andere Bürger und jede andere Bürgerin in Deutschland auch.
Zusammen hätten wir 1.600,- Euro netto. Das sind je nach Monat 300,- bis 500,- Euro mehr in der Tasche, als eine von uns zur Zeit verdient.

Es bedeutete, um Miete und Nebenkosten bräuchten wir uns keine Gedanken mehr machen. Dieses Grundbedürfnis nach einer Wohnung mit Strom, Heizung und fließendem Wasser wäre gedeckt - völlig Sorgenfrei! Das ist viel, viel mehr, als viele Bürger und Bürgerinnen in Deutschland aktuell von sich sagen können. Wie viele Menschen schieben Doppelschichten, nur um ihre Miete bezahlen zu können? Wie viele haben einen zweiten Job? Wie viele Streiten sich Tag für Tag mit einem Amt, damit sie einen Zuschuss zu ihrem Wenigverdienst erhalten, nur um ihre Wohnung halten zu können?

Mit 1.600,- Euro, die wir als Paar hätten, hätten wir sogar einen gewissen Spielraum.Wie könnten unseren Stromanbieter frei wählen, könnten auf die Stromgewinnung achten, statt auf den Preis. Wir könnten uns eine Wohnung in einem Umfeld suchen, in dem wir gerne wohnen! Ich würde nicht jeden Tag ungezählte Erdbeben  der Stärke 2,9 (oder höher!) erleben, nur weil ein Zug vorbeidonnert. Vogelgezwitscher und das Geschrei spielender Kinder wären mit so viel lieber.

Doch wie sähe es mit der Arbeit aus. Wenn wir die Wohnung schon sicher hätten und mit etwas Sparsamkeit auch nicht verhungerten, würde ich noch arbeiten?
Ja, ganz sicher sogar!
In dem Job, den ich zur Zeit ausübe?
Ganz bestimmt nicht! Oder... vielleicht... ein paar Stunden die Woche - weil ich meine Kollegen schätze, nicht etwa den Arbeitgeber. Das muss mal ganz offen gesagt werden.
Ich würde die beiden Berufe ausüben, die ich seit meiner Jugend als meine Traumberufe betrachte: Erzieherin und Schriftstellerin. Vielleicht würde ich mich erst weiterbilden, den fehlenden Teil meiner pädagogischen Ausbildung nachholen.
Was würde meine Frau machen?
Ich habe sie noch nicht gefragt, doch ich weiß, was sie nicht tun würde: Den ganzen Tag auf dem Sofa sitzen, fernsehen und lesen. Ich nehme an, auch sie würde sich weiterbilden und dann einen eigenen Pflegedienst eröffnen. Da könnte sie alte, gebrechliche und kranke Menschen pflegen, wie sie es gerne möchte. Sie könnte sich alle Zeit lassen, die sie bräuchte, ohne dabei auf Vorgaben irgendwelcher Pflege- und Krankenkassen zu achten. Das ist einer ihrer Träume.

Wir beide täten etwas für die Gesellschaft. Wir versorgten die Jüngsten und die Ältesten - die Pflegebedürftigen. Wie entlasteten andere Menschen, die dadurch ihren Träumen nachgingen. Menschen, die gerne Häuser bauen oder malen, die an der Börse spekulieren oder Lebensmittel anbauen, die unterrichten oder sich bilden, die neue Ideen entwickeln oder selbige umsetzen.
Was würdest du tun?


aktuell: Kongress zum bedingungslosen Grundeinkommen in der Schweiz

Sonntag, 20. März 2011

BGE - Was ist das?

Bedingungsloses Grundeinkommen

Was ist das?
- Die Beantwortung dieser Frage überlasse ich lieber Menschen, die sich schon viel länger damit beschäftigen als ich. Einfach das Video anschauen:

Dienstag, 18. Januar 2011

Kaffeeentzug

Die Bandansage zu Arbeitsbeginn:
Don't call me. My brain is still sleeping.

Die Bandansage kurz vor Feierabend:
Don't call me. My brain is sleeping again.

Zu mehr Kreativität reicht es im Moment nicht. Und dabei muss ich dringend noch den Donnerstagabend vorbereiten. *theatralisch seufz und die Mail des Bruders und einem Berg von Spam versteck*

Montag, 17. Januar 2011

Design?

Nein, ich habe ein Design, dass mit wirklich gefällt, noch nicht gefunden.
Also wundert euch nicht, wenn es sich nun laufend ändert.

Dienstag, 30. November 2010

Viel zu wenig Zeit...

Tjaja, da entdeckt man nach einem seltenen Blick ins Blog einen Kommentar oO(Wow, ich werde gelesen)Oo und prompt steckt man mitten im Leben alter Freunde.
Arni, ich freu mich für dich und drück dir die Daumen. Und wie das Leben so spielt… Gestern! Habe ich dein Weihnachtsgeschenk, das seit zwei Jahren in unserer Geschenkekiste liegt, hübsch eingepackt und für den versandt, nur darauf wartend, dass es jemand zur Post trägt, an einen Weihnachtsstand für bedürftige Menschen gegeben. Nun wird sich jemand anderes hoffentlich darauf freuen, sich in den Armen von Captain Jack Sparrow kuscheln zu dürfen. Ich hoffe, du bist nicht böse. Oo

Ich erzählte im Moment allen Leuten, dass ich nur Stress und keine Zeit habe. Das stimmt auch, aber irgendwie ist es schöner Stress – zumindest wenn man die tägliche Arbeit außer Acht lässt. Ich habe im Moment so viel vor und zu tun, dass ich getrost auf die 40 Stunden „verschwendeter“ Zeit verzichten könnte. Es geht ja auch nur ums Geld verdienen, nicht um etwas wirklich Wichtiges.

Wichtig sind die Freuden im Leben. So wie die Treffen unsere Literaturzirkels jeden Montag. Leider mussten wir unsere Clubräume bis auf weiteres aufgeben, aber „Schwarzes Licht“ lebt weiter – aktiver denn je, könnte man meinen.
Zurzeit bereiten wir unsere Dezemberlesungen vor.

Am 05. Dezember haben wir eine Lesung in der ev. Kirchengemeinde „An der alten Kirche“ in Krefeld. Für etwa zwei Stunden, ab 15:00 Uhr, beteiligen wir uns an dem Gemeindefest der Kirche. Gelesen werden unter anderem Gedichte aus dem Buch „Die Sieben Epochen der Poesie“ von Falk Peter Scholz und Kurzgeschichten aus dem Buch „Von Männern, Mädchen, Löwen und Hemingway“ von Michael La Tour. Mit dabei sind einige Mitglieder des „Literaturzirkel Schwazes Licht“ und auch ich werde eine meiner Stories lesen.

Am 26. Dezember findet in der Seniorenresidenz „Altenheim am Tiergarten“ in Krefeld eine Weihnachtslesung statt. Auch dort lesen die Mitglieder des Zirkels. Ob ich dabei bin, weiß ich noch nicht. Das hängt davon ab, ob ich meinen Bruder, meine Schwägerin und meine Mutter überreden kann, das Weihnachtsessen früher zu legen und danach mitzukommen.

Neben diesen Vorbereitung versuche ich zumindest regelmäßig Sport zu treiben. Alle 14 Tage haben wir unsere P&P-Gruppe bei uns, die noch in diesem Jahr um zwei weitere Mitglieder anwachsen wird.

Und dann wollte ich ja auch noch schreiben. Als ich heute meinen letzten Blog-Eintrag überflog, fiel es mir dann auch wieder ein, dass ich ja noch was Neues im Kopf hatte. Vielleicht komme ich am Samstag dazu. Oder besuche ich doch lieber die Nichten?

Donnerstag, 28. Oktober 2010

Neubeginn

Ich fange wieder an zu schreiben, habe sogar Ideen. Zumindest so eine Ahnung eines Anfangs. Inspiration war der Streit von Freunden. Konflikte treiben eine Story eben voran.
Die ersten beiden Szenen stehen bereits. Eine Frau bekommt während der Arbeit eine SMS ihrer besten Freundin mit dem Inhalt: Er hat Schluss gemacht.
Da kann man so viel draus machen. Bis jetzt bin ich bei einer einfachen Familiengeschichte mit Tragik, Liebe und Erotik. So etwas, wie Frauen es gerne lesen. Meine Frau zumindest.
Möchte ich denn so „einfach“ (Ist es das wirklich?) schreiben? Eine Geschichte aus dem Leben, wie sie jedem geschehen könnte? Oder… wandere ich wieder ins Reich der Fantasien und Mysterien?
Vielleicht hatte er einen ganz bestimmten Grund, um Schluss zu machen? Vielleicht ist er von einer Frau verführt worden, die nicht einfach nur jünger und hübscher als die eigene ist? Vielleicht nutzte sie einen Liebestrank, um den Mann gegen seinen Willen von seiner Familie wegzuholen.
Oder es ist gar keine zweite Frau im Spiel. Möglicherweise ist ein Mann schuld an diesem Drama und vielleicht hat es noch nicht einmal etwas mit Homosexualität zutun. Eventuell eher mit der Nacht, mit Blut, einem Mord, Vampiren und ähnlichen Monstern.
Hoffentlich finde ich weiterhin die Zeit, wenigstens eine dieser Ideen in die Story einfließen zu lassen.

Und sonst? Ich treibe Sport. ^.^ Zumindest habe ich mich auf Drängen von Vivi und André in einem Sportstudio angemeldet. Soll heißen, wir meldeten uns zusammen an. Und für den 1. November habe ich sogar einen Termin zum professionellen Einführungstraining ausgemacht. Dabei habe ich heute noch Muskelkater vom letzten Training am Dienstag (bei dem André uns alles zeigte).

Donnerstag, 17. Juni 2010

Die Highlights des Umzugs

Irgendwie rennt das Leben an einem vorbei. Selbst jetzt habe ich kaum Zeit, diesen Text so genau zu verfassen, wie ich es gern möchte.
Immerhin sieht die neue Wohnung inzwischen ein bisschen wohnlich aus. Die ersten Kartons sind ausgepackt und der unentbehrliche Deko-Kram sammelt sich in den Regalen und Schränken.
Die neue Küche ist zwar rustikal, aber wunderschön und bietet jede Menge Platz. Zwar nicht, um sich mit mehr als zwei Leuten darin zu bewegen, aber Stauraum und Arbeitsfläche zum Kochen und Werken. Schön ist vor allem, dass der Esstisch in der Küche steht und wir dort endlich gemütlich zusammen essen können. Doch bis es soweit war, war es ein langer Weg.
Am Mittwoch (letzte Woche) hat unser Küchenmonteur begonnen, die Küche zu liefern und aufzubauen. Eigentlich sollte das innerhalb eines Tages erledigt sein. Aber es war ein sehr schwül-heißer Tag und der junge Mann stand sowieso etwas neben sich. Dabei hatte er erst eine Woche zuvor seine Gesellenprüfung bestanden! Nicht, dass das etwas über seine Tagesfassung aussagen sollte, aber dadurch unterliefen ihn Fehler, die eigentlich nicht hätten sein dürfen. So verschnitt er sich ganz ordentlich beim Zuschneiden einer Arbeitsplatte. Gerade Wände und rechte Winkel gibt es in dieser Wohnung nämlich nicht. Er musste die Platte also trapezförmig zuschneiden und hatte dabei irgendwie einen Denkfehler. Am Ende passte das Holz zwar genau gegen die Wand, aber wir konnten vorne in unsere Schränke hineinschauen.
Also musste eine neue Platte her und die war erst am nächsten Tag zu bekommen.
Außerdem fehlt ein Eckhahn vom Heißwasseranschluss. Das ist aber wohl Vermietersache und darum haben wir bis heute noch kein Heißwasser in der Küche. Den zuständigen Handwerker dafür haben wir noch nicht erreicht.
Als am nächsten Tag die Oberschränke aufgehängt werden sollten, stellten wir auch fest, dass unsere Wände nicht nur schief, sondern auch ziemlich dünn sind. Die Handwerker bohrten nämlich glatt durch!
Wie auch immer - inzwischen stehen alle Möbel und wir fühlen uns richtig wohl.

Das nächste Highlight wäre unsere Katze. Unsere kleine, kränkelnde Jerry hat nämlich auf einmal einen Anflug von Größenwahn. Nicht nur, dass sie morgens um halb Sechs in einer Lautstärke ihre Bälle durch die Gegend jagt, dass wir senkrecht im Bett stehen! Ich weiß wirklich nicht, wann ich diese Katze zuletzt so ausgelassen hab spielen sehen. Ein Zeichen, dass sie sich in der neuen Wohnung eindeutig wohl fühlt. Vielleicht sogar zu wohl, denn mit einem Mal ist sie mit der vorherrschenden Rangordnung nicht mehr einverstanden. Sie greift tatsächlich unsere dicke Diva Trixi an, jagt sie in eine Ecke, bis Trixi mit angelegten Ohren und knurrend nicht mehr ein und aus weiß. Ein solches Verhalten ist sie von der Kleinen einfach nicht gewohnt. Ebensowenig unser Xanadu. Das ist ja der Friedensstifter zwischen unseren beiden Zicken. Wenn die mal aufeinander losgehen, geht er dazwischen und knurrt den Angreifer zur Ruhe. Bisher war das immer Trixi und die hat - völlig unschuldig! - auch die ersten bösen Blicke von unserem Hund erhalten. Bis dieser ganz irritiert kapierte, dass sein kleiner Liebling der Unruhestifter ist. Als Jerry dann auch noch nach ihm schlug, brach für Xana wohl eine kleine Welt zusammen. Wie konnte sie nur! Naja, wir werden sehen, wie sich das in den nächsten Tagen entwickelt. Noch sind die neuen Rangplätze nicht geklärt und da wird es noch einiges an Geknurre und Gefauche geben.

Zum guten Schluss noch eine wichtige Sache!
Leider haben wir uns im Vorfeld vermessen und unser schöner (gebraucht) neuer Spiegeltüren-Schwebeschrank, den ich mir so sehr gewünscht hatte, passt nicht in die neue Wohnung. Zum Wegwerfen ist er allerdings viel zu schade! Wer braucht dringend einen großen Schlafzimmerschrank in dunklem Holz? Die Maße sind wie folgt:
T 66cm / H 229 cm / B 317 cm
Bilder gibt es gerne auf Anfrage.

Sonntag, 23. Mai 2010

Ein perfekter Tag

Da kann man mal sehen, was die richtige Dosierung aus Egoismus, Spontanität, Zuversicht und positivem Denken so anrichtet. Folgt man diesem Rezept, regeln sich manche Dinge von ganz allein.
Nach einer Woche voller Sorgen und Gedanken gab es heute 3 glückliche Kinder und 6 ebenso glückliche Erwachsene - mindestens. Für mich war es ein perfekter Tag.

Bruderherz, ich wünsche dir, dass Montag dein perfekter Tag wird und das du und deine Tochter dann die Glückskinder sind.